Nachpressung, Naht, Near Mint (NM), Neuauflage, No Cover, No Original Cover (NOC), not-on-label, numbered
Nachpressung
Eine "Nachpressung" bedeutet eine weitere, relativ zeitnahe Kopie der "Erstpressung". Die "Nachpressung" - der englische Begriff lautet "Repress (RP)" - ist weitgehend gleich zur "Erstpressung".
Wird die "Erstpressung" oder die "Nachpressung" später wieder neu aufgelegt, dann spricht man von einer "Wiederveröffentlichung". Im
Fachjargon benutzt man den englischen Begriff "Reissue (RE)".
Im neuzeitlichen Fachjargon werden eigentlich immer nur die englischen Begriffe verwendet, also "Firstpress", "Repress (RP)" und "Reissue (RE/RI)". In discogs.com findet man den Hinweis auf eine "Repress"-Version im Feld "Format".
Beispiel-Alben (Nachpressung/Repress):
- "Gary Moore - Corridors Of Power" (RP, EU 1984)
- "Hannes Wader - Der Rattenfänger" (RP, GER 1979)
- "Jethro Tull - Aqualung" (RP, GER 1972)
Weitere Informationen:
- s. dz. "Erstpressung", "Repress (RP)", "Reissue (RE/RI)", "Wiederveröffentlichung"
(⇑ Index / ⇑Abkürzungen)
Naht

"Naht" nennt man die geklebten Coverlaschen. Die Vorderseite und die Rückseite eines Covers sind am oberen und unteren Rand miteinander verklebt. Lediglich der Einschub für die Platte ist offen.
Bei sehr alten Covern trocknet mit den Jahrzehnten der Kleber an den Nahtstellen aus und die Cover-Nähte können aufgehen.
Offene Nahtstellen kann man relativ einfach reparieren, indem man die Nähte neu verklebt. Entweder mit Kleber oder mit sehr dünnen doppelseitigen Klebeband. Außenherum Klebefilme (z.B. Tesafilm) zu verwenden, dass sollte man besser nicht machen.
Tipp: vor einer neuen Verklebung empfiehlt es sich, die alten verkrusteten Klebereste mit einem Schaber vorsichtig entfernen, damit es eine glatte Verklebung gibt. Ebenso ist es hilfreich, vor dem Verkleben Papier oder eine alte Innenhülle in das Cover einzuschieben, damit kein überschüssiger Kleber innen das Cover verklebt (reine Vorsichtsmaßnahme).
Weitere Informationen:
- s. dz. meine Seite "Schäden & Reparatur" → "Cover und Innenhülle" (dort den Pkt. 05. lesen)
(⇑ Index / ⇑Abkürzungen)
NEAR MINT
NM

Bewertungsstufe
"NEAR MINT (NM)" ist die zweithöchste Bewertungsstufe bei der Bewertung des Erhaltungszustands eines Schallplatten-Albums (s. dz. "Bewertung"). Ein Album mit der Bewertungsstufe "Near Mint" ist zwar gebraucht aber sollte in einem Topzustand sein, d.h. ohne hörbare und auch sichtbare Mängel.
Üblicherweise wird die Schallplatte und das zughörige Cover separat bewertet, weil der Zustand von Schallplatte und dem Cover u.U. deutlich voneinander abweichen kann. Die Durchführung einer Einstufung nennt man in der Schallplatten-Branche "Grading".
Beschreibung "NM":
"NEAR MINT" bedeutet einen gebrauchten Zustand (Topzustand), aber ohne nennenswerte Gebrauchsspuren (vgl. dz. "MINT (M)" und "EXCELENT (EX)").
In der Schallplatten-Branche haben sich diese "Bewertungsstufen" mit den folgenden Kürzeln etabliert:
"STILL SEALED (SS)" → "MINT (M)" → "NEAR MINT (NM)" → "EXCELENT (EX)" → "VERY GOOD (VG)"
→ "GOOD (G)" → "FAIR / POOR (F/P)". Oftmals werden diese Bewertungsstufen noch zusätzlich durch ein "Plus (+)" verstärkt oder durch ein "Minus (-)" abgeschwächt (vgl. dz."Bewertungsstufen").
Weitere Informationen:
- s. dz. "Beurteilung", "Bewertungssystem", "Bewertungsstufen", "Grading", "Zustandsbewertung",
"Sammlerwert", "Oldie-Markt", "Goldmine" , "Archiv-Exemplar"
- s. dz. meine Seiten "Bewertungssysteme", "Bewertungspraxis", "Wert ermitteln - wie & wo verkaufen"
⇑ Index / ⇑Abkürzungen)
Neuauflage

Der Begriff "Neuauflage" sagt eigentlich schon alles. Wenn ein bereits zuvor veröffentlichtes Album neu aufgelegt wird, dann nennt man es eben "Neuauflage". In der Schallplatten-Branche hat sich aber der englische Begriff "Reissue" etabliert.
Wenn ein Album bisher nur als Erstausgabe erschienen ist und es ggf. am Markt kaum oder gar nicht verfügbar war, dann ist eine Neuauflage für die Fans eine tolle Sache.
Beispiel:
Ein prominentes Beispiel war die Neuauflage des Album "Older" von George Michael von 1996. Von diesem Album gab es nur eine geringe Auflage auf Vinyl und die Preise auf dem Gebrauchtmarkt waren entsprechend hoch, weil eben dieses Album selten und daher kaum noch verfügbar war. Erst im Jahr 2022 (geplant war 2021 zum 25-jährigen Jubiläum, hat sich aber wg. Corona verzögert) wurde das Album als Schallplatte neu aufgelegt.
Weitere Informationen:
- s. dz. "Reissue", "Wiederveröffentlichung", "Erstpressung", "Version", "Ausgabe", "Veröffentlichung", "Release", "Pressung"
(⇑ Index / ⇑Abkürzungen)
No
Cover
NC
Es gibt Fälle, da fehlt beim Kaufangebot das Cover, sei es weil es verloren gegangen ist oder weil es unbrauchbar geworden ist.
Im englischen verwendet man das Kürzel NC für "No Cover" oder der Kurztext wird ausgeschrieben: "No Cover". Ins deutsche übersetzt würde es heißen "keine Außenhülle" oder "Außenhülle fehlt".
Weitere Informationen:
- s. dz. "NOC", "Cover", "Außenhülle"
(⇑ Index / ⇑Abkürzungen)
No
Original
Cover
NOC

Bei Angeboten im Internet kann es schon mal passieren, dass ein Album mit einem neutralen "Cover"" oder falschem "Cover" angeboten wird. Das kann trotzdem für manche Sammler interessant sein, wenn beispielsweise die angebotene Schallplatte in einem besseren Zustand ist, als die eigene Platte im Besitz.
Auf jeden Fall muss man bei einem Angebot explizit erwähnen, dass das "Cover" nicht das Originalcover ist!
Weitere Informationen:
- s. dz. "Cover", "Außenhülle"
(⇑ Index / ⇑Abkürzungen)
not on label
(self-released)
(private press)

Das Kürzel "not on label" findet man u.a. auf discogs.com. Es bedeutet, dass das Album eine Privatpressung ist. Solche Alben werden nicht von einem offiziellen Musikverlag (Plattenlabel) vermarktet, sondern es sind Musiker, die unabhängig von einem Label bleiben wollen und die gesamte Produktion, inkl. "Herstellung" und Vertrieb, selbst organisieren. Diese Alben werden meist in kleinen Stückzahlen aufgelegt, sind oftmals überregional kaum bekannt, aber können u.U. gesuchte, wertvolle Sammlerstücke sein.
Ein anderer, gängiger Begriff für "not on label" ist "self-released" oder auch "privat press" ("Privatpressung").
Anm.: "not on label" kann auch bedeuten, dass das Album ein "unofficial release" ist, z.B. ein "Bootleg" oder "Counterfeit".
Manchmal wurden solche Alben dann doch erfolgreich und wurden dann von einem Plattenlabel übernommen und vermarktet. Dann ggf. mit einem anderen Cover-Design und das Plattenetikett wurde natürlich ebenfalls geändert.
In discogs.com findet man einen Hinweis auf "not on label" bzw. "self-released" im Feld "Format".
Beispiele (not on label):
- "JARO - SCHÖN WAR DIE ZEIT" (GER 1979)
- "Gras - Pflasterstand" (GER 1980)
- "Tales -Lyrics And Rocks" (GER 1980)
- "M.L. Bongers Project - Pacific Prison" (GER 1978)
Weitere Informationen:
-s. dz. "Plattenlabel", "Major-Label", "Independent-Label"
(⇑ Index / ⇑Abkürzungen)
numbered

Bei auf Stückzahlen begrenzte Ausgaben ("Limited Edition"),
wird die Anzahl der Auflage und ggf. sogar die Nummer der Serie auf das Cover aufgedruckt oder manchmal sogar von Hand auf das Cover geschrieben. Diese individuelle Nummerierung eines Albums, dies wird mit dem engl. Begriff "numbered" (dt. nummeriert) bezeichnet.
Weitere Informationen:
- s. dz. "Limited Edition (Ltd)"
(⇑ Index / ⇑Abkürzungen)
(Ende)
