180g

"Ich möchte 140g, bitte!", "Darf es etwas mehr sein?", "Ja, dann nehme ich doch gleich 180g!"
Die Angabe "180g" sagt aus, dass die Schallplatte eine 180 Gramm schwere 12"-Vinyl-Schallplatte ist - entweder eine 12"-"LP" oder 12"-"Maxi-Single". Schallplatten mit 180 Gramm sind etwas schwerer und damit auch dicker, als eine gewöhnliche 12"-Schallplatte. Im Fachjargon spricht man von "Heavy Vinyl". Es gibt sogar Versionen mit 200 Gramm und selten auch noch mehr. Ich habe beispielsweise in meiner Sammlung eine "Heavy Vinyl" mit ca. 250 Gramm ("Peter Gabriel - Scratch My Back").
Normalerweise liegt das Gewicht bei einer 12"-"LP" oder 12"-"Maxi-Single" bei ca. (+/-) 120-140g. Der Grund für ein höheres Gewicht ist eine Maßnahme zur Verbesserung der Klangqualität, bedingt durch die etwas größere Masse der Schallplatte (s.u.). Ein Klangwunder sollte man durch das etwas höhere Gewicht aber nicht warten!
Warum macht man das? Was ist der Vorteil von "180g"?
Durch mehr Dicke der Schallplatte hat die Schallplatte mehr Formstabilität und liegt etwas satter auf dem Plattenteller, was auch eine gute Abtastung ermöglicht. Um diese Eigenschaften auch bei "normalen" Schallplatten zu erreichen, kann man ein Auflagegewicht (Plattenklemme) verwenden.
"180g-Schallplatten" kommen meist bei "audiophilen Pressungen" zum Einsatz oder wenn es sich um besonders hochwertige "Nachpressungen" handelt. Audiophile Pressungen haben durch das höheres Gewicht eine geringfügig verbesserte Laufruhe (niedrigeren Störgeräuschpegel) und damit einen besseren "Fremdspannungsabstand" / "Rauchabstand" (das sind Fachbegriffe aus der Audio-Technik).
Oftmals werden audiophile Schallplatten mit dem "DMM"-Verfahren hergestellt. Diese Verfahren bringt deutlich mehr Klangverbesserung, als eine Erhöhung des Plattengewichts oder die Verwendung von "Virgin Vinyl".
Guter Klang bei Schallplatten
Allerdings ist der Effekt einer Klangverbesserung durch den Einsatz einer "180g-Schallplatte" m.E. eher minimal, im Vergleich zu anderen Maßnahmen, die Auswirkung auf den Schallplattenklang haben. Hier muss man den gesamten Entstehungs- und Herstellungs-Prozess betrachten, angefangen von der Technik und Aufnahmequalität im Tonstudio (Klangqualität des Masters), über die Güte des Mastering (Schnitt der Mastermatrize) und letztendlich die Herstellungsqualität im Presswerk (Qualität der Pressmatrizen und der Materialgüte des Vinyls). Ein sehr wichtiger Faktor ist aber auch das Können (Know-How) der involvierten Personen in allen Prozessschritten.
Wichtig für einen guten Klang
Die o.g. Aussagen betreffen die gesamte Produktion und Fertigung einer Schallplatte. Jedoch ist auch zu berücksichtigen, welchen Erhaltungszustand die benutzte Schallplatte hat und wie gut die heimische Klangkette ist (angefangen vom Tonabnehmer-System bis hin zur den verwendeten Lautsprechern (!) oder Kopfhörer).
"180g" bzw. "Heavy Vinyl" ist ein besondere Eigenschaft und wird beispielsweise durch einen "Sticker" auf dem Cover beworben.
Weiterführende Informationen:
- s. dz. "LP", "Maxi-Single", "Pressung", "audiophilen Pressungen", "DMM", "Nachpressungen", "Heavy Vinyl"
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1st
1st PRESS
First Press
Erstpressung

Die Abkürzung "1st" bedeutet "First Press", d.h. die erste offizielle Platten-Veröffentlichung und somit die "Erstausgabe" und wird im Fachjargon mit "Erstpressung" bezeichnet. Zeitlich davor oder auch parallel, gibt es früher manchmal auch eine sogenannte "PROMO-Versionen", die zu Werbezwecken an die Medien (Radiosender, Verlage, Presse, Journalisten, etc.) ausgegeben wurden.
Das Gegenteil zur erstmaligen Veröffentlichung ist eine "Wiederveröffentlichung". Der moderne Fachbegriff für eine Wiederveröffentlichung ist "Reissue (RI/RE)".
Die "Erstpressung" ist bei Sammlern i.d.R. die beliebteste Version und hat daher meist einen höheren Sammlerwert als ein "Reissue".
Wird ein Album zeitnah 1:1 nachgepresst, dann spricht man von einer "Nachpressung" (s. dz. "Repress (RP)" ). Der Unterschied zur "Erstpressung" ist eine neue "Matrix-Nr." und ggf. wird das Erscheinungsjahr angepasst. Von vielen erfolgreichen Alben werden im Laufe der Jahre Wiederveröffentlichungen (s. dz. "Reissue (RI/RE)" ) produziert, wobei es in diesem Fall durchaus Abweichungen zur Erstpressung geben kann, beispielsweise im Coverdesign, anderes Etikett (Label), neue Matrix-Nr., neues Mastering oder sogar ein "Remix".
Weiterführende Informationen:
-s. dz. "Erstpressung", "Reissue", "Nachpressung", "Repress", "Matrix / Matrix-Nummer", "Remix"
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2-LP

Wenn ein Schallplatten-Album aus 2 Schallplatten besteht, dann
gibt es verschiedene Begriffe und Kürzel dies zu beschreiben:
Weiterführende Informationen:
- s. dz. "DoLP", "Gatefold (GAT)", "Doppel-Album", "Doppel-LP"
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5"-Single

Unter dem Begriff "Minischallplatte" oder engl. "Tiny Vinyl" verbirgt sich ein Sonderformat der Single. Die Standard-Durchmesser einer Single betragt 7 Zoll. Aber es gibt auch Sonderformate mit einem Durchmesser von 6 Zoll und auch mit 5 Zoll (s. Foto). Die 5"-Single hat in etwa den Durchmesser einer "Compact Disc (CD)".
Der Speicherplatz auf einer Minischallplatte ist sehr begrenzt und so passen maximal 4 Minuten Musik (pro Seite) auf die kleine Rillenfläche.
Beispiele (vgl. dz. Foto):
5"-Single: "SQUEEZE - IF I DIDN'T LOVE YOU" (USA/Canada 1980, 33-1/3 RPM)
6"-Single: "Jona Levie - Big Shot - Monentarily" (UK 1980, 45 RPM)
7"-Single: "PETER-THOMAS-SOUND-ORCHESTER - RAUMPATROUILLE" ( GER 1966, 45 RPM, Mono)
CD: "GARTH BROOKS - THE ULTIMATIVE HITS (CD, EU 2007)" (EU 2007, Compilation)
Weiterführende Informationen:
- s. dz. "Single", "45er", "Compact Disc (CD)"
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45er

Im Slang der Platensammler wird eine 7"-Single (engl. "7-inch") gerne als "45er" bezeichnet. Die Zahl 45 ist abgeleitet von der Drehzahl [U/min] mit der eine "Single" auf einem Plattenspieler abgespielt wird.
In den Anfangszeiten der "Single" haben die Musiker und Musik-Verlage nur einzelne "Singles" herausgebracht. Später als dann immer mehr Alben (Sammlung von mehreren Musikstücken) veröffentlicht wurden, da wurden die Hits aus dem Album zusätzlich als "45iger" bzw. "Single" veröffentlicht. Eine andere beliebte Variante war die "Vorab-Single" (s. "Lead-Single"). Gut strategisch geplant hat man vorab, bevor das eigentliche Album erschien, hitverdächtige Musikstücke als "Single" veröffentlicht.
Verkaufsstarke "Singles" (den Begriff "Single" verwendet man sogar heute noch, im Zeitalter des Streamings für einen einzelnen Musiktitel) erscheinen in den nationalen und internationalen "Single-Charts" (Single-Hitlisten), die von der Musik-Industrie regelmäßig veröffentlicht werden. Die "Single" mit der längsten Verweildauer von 302 Wochen (!) in den deutschen Single-Charts ist "Tom Odell - Another Love" (Quelle: Wikipedia - "Liste der Lieder ..."). Anm.: allerdings ist diese "Single" nur in UK als "Single" auf Vinyl veröffentlicht worden.
Weitere Informationen:
- s. dz. "Single", "Maxi-Single", "Jukebox", "Auskopplung", "Lead-Single", "Single-Charts", "Langspielplatte (LP)", "Album", "UPM" bzw. "RPM"
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78er

In der Sprache der Sammler und Händler meint man mit einer "78er" eine Schellack-Schallplatte (engl. Shellac Record). Schallplatten aus "Schellack" stammen ursprünglich aus der Zeit der Grammophone, denn in dieser Zeit gab es noch keine Schallplatten aus Vinyl". In dieser Zeit wurden die Schallplatten für eine Abspielgeschwindigkeit (Drehzahl) von 78 U/min hergestellt, daher die Bezeichnung "78er".
Ein weiteres Akronym im Sammler-Slang für eine Schallplatte aus Schellack, ist die Kurzform "Schellack" (engl. "Shellac").
Das Gegenstück zur Schellack-Schallplatte ist die Schallplatte aus Vinyl (s. dz. "Vinyl"), wobei eine Schellack-Schallplatte ein deutlich höheres Gewicht hat, als eine gleichgroße Schallplatte aus Vinyl.
Weiterführende Informationen:
- s. dz. "Schellack", "45er", "Vinyl", "UPM" bzw. "RPM"
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(Ende)
