last update: 20.01.2019 (Diverse Kommentare zu den Beispielfoto hinzugefügt) 

 

Bewertungspraxis

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Hier arbeite ich z.Zt. an meinem aktuellen Homepage-Projekt: während der langen Winterabende 2019 erstelle ich eine Anleitung zur Bewertung des Zustands von Schallplatten. Wesentliche Teile sind mittlerweile fertig. Es kann aber immer noch Korrekturen geben, insbesondere bei den Beispielen (Fotos).

 

Die Anfrage bei der GEMA bzgl. Hörproben habe ich gestellt, warte auf eine Antwort ...


 

Was entsteht hier gerade?

 

Zum Thema "BEWERTUNGSPRAXIS" möchte ich hier ein Kompendium zur Bewertung von Schallplatten-Alben erstellen. Der Arbeitstitel lautet:

                                                  "Anleitung zur Bewertung des Erhaltungszustands von Schallplatten!" 

 

Die Dokumentation soll aus Erklärungen und Beispielen bestehen (inkl. Beispielfotos und ggf. sind sogar Hörproben angedacht) basierend auf den in Deutschland etablierten Bewertungssysteme des Oldie-Markts  und von Goldmine aus den USA. 

   

Hier geht’s los:

                             <<< Entwurf 1.4 >>>


Bewertungspraxis

Zustandsbewertung von Schallplatten / Vinyl Record Grading


PROLOG

Die Problematik der Zustandsbewertung (Grading) von Schallplatten 

Technics SL 1200 + Kisspng + good-vinyl.de
Technics SL 1200 + Kisspng + good-vinyl.de

Das Problem der exakten Beschreibung des Qualitätszustands gebrauchter Schallplatten-Alben (Cover & LP) liegt darin, dass es keine allgemein gültige (definierte) Norm wie etwa eine DIN- oder ISO-Norm gibt. Es gibt zwar bekannte Bewertunssysteme wie das vom Oldie-Markt-Magazin mit 5 Qualitätsstufen oder das vom Goldmine-Magazin mit 6 Qualitätsstufen, die aber zueinander nur teilweise kompatibel und zudem alle beide recht allgemein formuliert sind (klick HIER).

 

Erschwerend ist auch die Tatsache, dass große Portale wie beispielsweise eBay, recordsale.de (mit EX), discogs.com (ohne EX) sich eigener Definitionen bedienen.

  

Speziell bei eBay kommt noch hinzu, dass dort die Beschreibung recht dürftig ist (klick HIER) und vermutlich deshalb definieren einige Anbieter ihre Qualitätsstufen selbst (oftmals in Anlehnung an die beiden o.g. Systeme), was zudem vermuten lässt, dass sie sich mit den o.g. Bewertungssystemen eher "unwohl oder unsicher" fühlen.       

Eine gute Qualitätseinstufung gebrauchter Schallplatten ist fast eine kleine Wissenschaft, aber wiederum "kein Hexenwerk". Es braucht eine gewisse Erfahrung, um den Zustand eines Album passend einordnen zu können, d.h. man muss sich über einen längeren Zeitraum damit befasst haben, um zwischen einem "VG+" und einem "VG" unterscheiden zu können. Es passiert mir selbst immer wieder mal, wo ich am Zweifeln bin, in welche Qualitätsstufe ich ein Cover oder LP zuordnen soll. Gerade dann, wenn der Zustand in einem Grenzbereich liegt. Daher habe ich mir ein "Werkzeug" (Diagramme s.u.) geschaffen, mit dem ich nun meinen Einstufungen relativ sicher vornehmen kann. 

 

Ich habe es schon mehrfach erlebt, dass ich Alben online gekauft habe (von Händlern oder von privaten Sammlern), wo ich mich wirklich gefragt habe, warum es eine Einstufung von VG+ (Oldie-Markt-Bewertung) gab und das Album-Cover von starker Ringwear, diversen Kantenbeschädigungen, vielen Gebrauchsspuren und auch teilweise mit Laminatschäden überzogen war. Diese Erfahrungen haben mich motiviert, das Thema "Zustandsbewertung" hiermit intensiv aufzuarbeiten.

pixabay - kisspng - good-vinyl.de
pixabay - kisspng - good-vinyl.de

In Grenzbereichen empfehle ich, wie auch von den Autoren der beiden Bewertungssystemen empfohlen, ggf. mit einer Auf- (+) oder Abstufung (-) zu arbeiten. Das VG+ oder auch sogar das VG++ (was man immer wieder mal sieht) hat m.E. die Oldie-Markt-Stufen praxistauglich gemacht, denn ohne diese Gewichtungen währe dieses Einstufungssystem nur bedingt praxistauglich.

 

Beim Handel sollte man - und das machen einige Leute - doch lieber etwas konservativer bei der Bewertung sein. Die Dokumentierung eines Covers kann man sehr gut mit entsprechenden Hinweisen und geeigneten Fotos/Detail-Fotos machen. Bei der Schallplatte selbst ist das schon etwas problematischer. Hier muss man eigentlich zwischen einer optischen und der akustischen Bewertung unterscheiden. Meine persönliche Erfahrung hat gezeigt, dass es durchaus Schallplatten gibt, die optisch sehr gut aussehen, aber auf dem Plattenteller knistern und rauschen. Selbst nach einer nachträglichen intensiven Reinigung. Aber das passiert zum Glück doch eher selten. Ich habe aber auch das Gegenteil schon erlebt: Wischer und Hairlines bedeuten wiederum nicht zwangsläufig auch knacksen und knistern!  Bei sichtbaren (hellen) Kratzern hilft im Zweifelsfall die "Fingernagelprobe". Das geht natürlich nur, wenn man die Platte beim Kauf tatsächlich in der Hand hat. Ist der Kratzer spürbar, dann knackst es mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit in diesem Bereich! 

 

Die optische Bewertung einer LP sollte eigentlich immer im Gegenlicht mit Hilfe einer LED-Lampe erfolgen, denn mit LED-Licht wird der tatsächliche (optische) Zustand deutlich. Gut ist es auch, wenn man bei der LP-Bewertung angibt, ob die Einstufung rein optisch und/oder auch akustisch (ggf. durch Stichproben) erfolgte. In der Praxis ist es bei den allermeisten Händlern so, dass sie aus Zeitgründen nur optisch bewerten. Nur bei wertvolleren Stücken wird auch mal reingehört, denn man möchte ja ggf. den verlangten hohen Preis rechtfertigen können. Außerdem möchte man sich beim Handel mit wertvolleren Platten seine Stammkundschaft erhalten und da ist eine exakte Einstufung ein "muss".  

 

Mein Ziel dieser Dokumentation ist dem nicht so erfahrenen Vinyl-Liebhaber eine Orientierung für die Praxis zu geben. Aber beachten sollte man auch, dass die Dokumentation aus meiner persönlichen Sicht erstellt worden ist und sicherlich bei dem ein oder anderen auf Kritik stoßen könnte - dessen bin ich mir bewusst. Die Intension ist aber so präzise wie möglich die Sachverhalte zu beschreiben, um weitgehend doch mehr Sicherheit zu geben.

 

Ich sehe diese Dokumentation als ideale Ergänzung zu meinem Menü-Punkt "Wert ermitteln - wie&wo verkaufen?" (klick HIER). Das dies Sinn macht, zeigt mir meine Homepage-Statistik: in sehr kurzer Zeit ist die Seite "Wert ermitteln - wie&wo verkaufen? in die Liste der "Top 5 Seiten" meiner Homepage aufgestiegen.  

 

Die von mir verwendeten Bewertungssysteme

Überblick der Bewertungssysteme auf die ich mich im Folgenden beziehen werde:

 

Bewertung nach Oldie-Markt (für D-A-CH)
Definierte Qualitätsstufen eingeführt im Jahr 1978 und wird im deutschsprachigem Sprachraum, d.h. primär in Deutschland, Österreich und auch in der Schweiz verwendet.

 

Bewertung mit Goldmine Granding Standard (USA aber auch in vielen anderen Ländern)
Bewertungsskala (Qualitätsstufen) des Goldmine Magazins (seit 1975) und findet hauptsächlich im angloamerikanischen Sprachraum Verwendung, aber in den letzten Jahren auch zunehmend in Europa (inkl. Deutschland) und sollte bei internationalen Handel verwendet werden. 

 

Diese Bewertungssysteme ermöglichen dem Sammler und Händler eine standardisierte, allgemein gültige Einstufung des Zustands von Schallplatten- und CD-Alben. Bewertet werden die Hülle und der Musikträger.

 

Die Qualitätsbezeichnungen (Stufen) im Überblick:

Oldie-Markt:             Mint | Very Good | Good  | Worn | Fair |  (+/-)

Goldmine:                 Mint | Near Mint | Excellent (VG+) | Very Good  | Good  | Poor&Fair

 

Als Orientierungshilfe für die Einstufung des Covers und der LP habe ich diese beiden Diagramme entwickelt. Sie gehören mittlerweile zu meinen Standard-Tools bei der Verwaltung meiner Schallplatten.  

Vinyl
Vinyl
Cover
Cover

Die Qualitätsstufen im Detail

In den folgenden Abschnitten werden die einzelnen Bewertungsstufen erläutert und durch Beispiele ergänzt.

In den Überschriften stehen die beschrieben Qualitätsstufen, links immer das Oldie-Markt-Kürzel // rechts immer das Goldmine-Kürzel. Syntax: [Oldie-Markt // Goldmine ]!

 

Übersicht

Die folgenden Kapitel/ Beschreibungen der einzelnen Qualitätsstufen sind wie folgt aufgeteilt, damit die beiden Bewertungssysteme weitgehend vergleichbar bleiben: 

- M // M

- VG++ // NM

- VG+ // EX

- VG // EX- bis VG+

- G  // VG bis VG-

- W // VG- bis G

- F // P/F


Qualitätsstufe M // M


[Oldie-Markt // Goldmine]

 

Oldie-Markt MINT (M):

"Die Platte (bzw. Cover) ist in jeder Beziehung – optisch und akustisch – in einem  neuwertigen Zustand. Fremdgeräusche sind nicht vorhanden."

(Anm.: ggf. wird noch das Kürzel OVP  hinzugefügt (= "original verpackt" oder "Originalverpackung".)

 

Goldmine MINT (M)

"Neu. Keine Beschädigungen, weder auf der Hülle noch auf dem Medium – vermutlich nie gespielt."

 

Auszug aus der Goldmine-Dokumentation:

" ... Diese Platten sind in jeder Hinsicht absolut perfekt. Oft wird gemunkelt, aber selten gesehen. MINT sollte niemals als Einstufung verwendet werden, es sei denn, eine Person stimmt zu, dass sich die Platte oder der Hülle wirklich in diesem Zustand befinden. ..." 

(Anm: Goldmine kennt noch die zusätzliche Klassifikation Still Sealed (SS), d.h. die Cellophan-Folie ist noch ungeöffnet)

 

Meine Interpretation der Definitionen von M / M (Oldie-Markt // Goldmine)

MINT bedeutet im englischen "wie neu, postfrisch", d.h. es ist Ware, die bisher noch nicht benutzt wurde und in einem tadellosen Zustand ist! Also klassifiziert man Alben nur mit MINT, wenn sie noch absolut neu sind und sich in einem tadellosen Zustand befinden. Ältere unbenutzte Alben, die ggf. sogar noch in Folie verschweißt sind, könnte man mit MINT klassifizieren, wenn sie noch im tadellosen Zustand sind. Sind aber kleinste Fehler vorhanden, dann besser etwas abstufen mit M- oder sogar mit NM (s.u.). Händler sollten, und das tun auch sehr viele, besser statt M, lieber den Zustand als "Neu und OVP" bei Neuware angeben.

 

LP-optisch:  Die Oberfläche ist glänzend, frei von jeglichen Gebrauchsspuren 

LP-akutisch: frei von Fremdgeräuschen (nicht zu verwechseln mit Fremdgeräuschen verursacht durch den  Pattenspieler, z.B. rumpeln!) 

Cover: muss makellos sein, auch die Innenhülle

 

Praxistipp:

Die Einstufung MINT wird eigentlich nur bei tadelloser Alben angewendet. Alles andere in diesem Bereich sollte schon konservativ abgestuft werden (M- oder NM). Beispiel: Die Bewertungsskala bei Discogs.com, wenn man ein Album in seine Sammelliste einträgt, bietet zur Klassifizierung in der höchsten Qualitätsstufe "M" und darunter "M-/NM" an.

 

Selbst in Folie verschweißte Album können bereits Schäden aufweisen(!), z.B. abgeriebene oder angestoßene Ecken und Kanten oder sogar bei älteren Alben altersbedingte Farbveränderungen. Auch können schon alleine durch das herausziehen der Schallplatte aus der Innenhülle Wischer oder Hairlines auf der Plattenoberfläche entstanden sein. Derartige Mängel sollten, je nach Schweregrad mit NM bewertet werden, jedenfalls nicht mehr mit MINT!

   

Zu MINT gehört auch das Vorhanden sein von etwaigen originalen Aufklebern (Sticker). Ebenso darf keine Beilage fehlen.

 

Beispiele M / M  [Oldie-Markt // Goldmine]

Cover-Beispiele:

Bild 1 & 2: Cover noch eingeschweißt

Bild 3 & 4: Cover ohne Folie und noch fehlerfrei

 

Vinyl-Beispiele:

Einer LP im Zustand MINT muss optisch und akustisch fehlerfrei sein. Außer dem "Plop" beim Aufsetzen der Abtastnadel dürfen danach keinerlei Fremdgeräusche wahrnehmbar sein. Die LP muss glänzen und darf keine Oberflächenspuren haben. 

Das gilt auch für das LP-Etikett  (Label).



Qualitätsstufe VG++ // NM


[Oldie-Markt // Goldmine]

 

Oldie-Markt "VG++" 

Im Oldie-Markt-System gibt es diese Qualitätsstufe nicht! Stattdessen werden oftmals Alben in diesem Qualitätsbereich mit VG++ (oftmals in Verbindung mit dem Zusatz "sehr guter Zustand") oder eher seltener mit M- bezeichnet.  

 

Goldmine NEAR MINT (NM):

"Wie neu, keine Beschädigungen, weder auf der Hülle noch auf dem Medium."

Auszüge aus der Goldmine-Dokumentation:

" ... Eine gute Beschreibung eines NM-Platte lautet: „Es sieht so aus, als ob sie gerade aus einem Einzelhandelsgeschäft kam und zum ersten Mal geöffnet wurde.“ Mit anderen Worten, sie ist nahezu perfekt. ... 

 

NM-Platten sind glänzend, ohne sichtbare Mängel. Beschriftungen, Aufkleber oder andere Markierungen dürfen nicht auf dem Etikett erscheinen und auch keine „Spindelmarken“ von jemandem, der versuchte, die Schallplatte blindlings auf den Plattenteller zu legen. Wesentliche Fabrikationsfehler dürfen ebenfalls nicht vorhanden sein. Eine Platte und ein Label, die offensichtlich außerhalb der Mitte gepresst wurden, sind nicht NEAR MINT. Wenn abgespielt, wird dies ohne Störgeräusche passieren. (NM-Platten müssen nicht "nie gespielt" sein; eine Platte, die auf einem ausgezeichneten Plattenspieler verwendet wurde, kann nach vielen Wiedergaben NM bleiben, wenn die Platte ordnungsgemäß gepflegt wurde. ...

 

NM-Cover sind frei von Knicken, Ringspuren (ring wear) und Kantenfehlern jeglicher Art. ..."

 

und dazu noch ergänzend (s.u.):

... Ein „VG+“-Cover kann auch einige Verunstaltungen (Mängel) aufweisen, z. B. eine geschnittene Markierung (die-cut, cut-hole, saw-mark). Cover mit solchen Markierungen können niemals als NEAR MINT bewertet werden. ..." 

 

Meine Interpretation von VG++ // NM  [Oldie-Markt // Goldmine] 

NM Ist die Qualitätsstufe für nahezu neuwertige 2nd-Hand-Schallplatten. Es sind die extrem gut erhaltenen Alben. Eigentlich neuwertige Alben ohne Markel.. Ist das Album aber bereits ausgepackt worden und vielleicht 1-2 mal abgespielt worden und es sind so gut wie keine Gebrauchsspuren vorhanden (sagen wir mal noch zu 95% neu), dann kann man noch die Qualitätsstufe NM durchaus vergeben. 

  

Vinyl-optisch: 

ist glänzend, frei von jeglichen Gebrauchsspuren 

 

Vinyl-akustisch:

frei von Fremdgeräuschen (nicht zu verwechseln mit Fremdgeräuschen verursacht durch den

Plattenspieler, z.B. rumpeln! 1-2 mal ein Knacksen je Seite ist m.E akzeptabel) 

 

Cover: muss nahezu makellos sein, ebenso die Innenhülle.

 

Praxistipp:

NEAR MINT (im Oldie-Markt-System ein VG++) ist also eine Qualitätsstufe, die minimal unter MINT liegt. Manchmal findet man auch die generische Bezeichnung "Archivkopie" bei Angeboten. Wenn ein solches Album tatsächlich zu 95% makellos ist, dann sollte man "Archivkopie" durch NM ggf. auch mit NM- ersetzen. 

 

NM wählen sehr häufig Besitzer eines sehr guten erhaltenen Albums und man aber weiß, dass geringste Gebrauchsspuren /

Abnutzungserscheinungen existieren (Cover: ggf. 1-2 kleine Schäden an Ecke oder Flanke, LP: kleiner optischer Wischer) aber der Rest ist fast neuwertig, dann sollte man das NM- bzw. das gleichwertige VG++ wählen. 

 

Ein NM- (Near Mint minus) würde ich empfehlen, wenn man ein neues Cover hat, aber dieses bereits einen Transportschaden erlitten hat, beispielsweise ein kleiner Durchbruch (Durchstoß) an der oberen oder unteren Kante.  

Das sollte man aber explizit bei einem Angebot vermerken. 

 

Beispiele VG++ // NM (Oldie-Markt // Goldmine) 

Cover

Als Beispiel ein nahe zu perfektes Cover von Black Sabbath - Master of Reality aus dem Jahr 1971 - ein sehr schönes Sammlerstück. Das Cover ist wirklich in einen hervorragenden Zustand, aber leider nicht MINT wie vom Anbieter angepriesen. Bei näherer Betrachtung des Bildes erkennt man schon kleine Mängel ...

 

1. Beispiel: Black Sabbat - Master Of Reality (GER 1971)

2. Beispiel: Terence Trent D'Arby - Sign Your Name (Maxi) 

 

Hinweis:
Wenn man die gezeigten Mängel in der Nahaufnahme betrachtet, dann könnte man meinen "Hui, das Cover ist aber nicht VG++ // NM" aber man muss hier berücksichtigen, dass es sich um Vergrößerungen handelt. Beim normalen hinsehen, sind die Mängel kaum sichtbar.

Vinyl

Eine LP von 1976 in sehr guten Zustand, fast neuwertig mit glänzender Oberfläche. Lediglich im Plattenspiegel (Auslaufbereich) sind feine Schlieren unter einer LED-Lampe erkennbar, die mit bloßem Auge fast nicht erkennbar sind. Akustisch ohne Mängel und das in einem Alter von über 40 Jahren!  

 

Beispiel:

RUPHUS - LET YOUR LIGHT SHINE (1st, GER 1976, BRAIN)

LP in NM-  



Qualitätsstufe VG+ // EX


[Oldie-Markt // Goldmine]

 

Oldie-Markt Very Good plus (VG+)

Eine explizite Definition für VG+ gibt es im Oldie-Markt-System nicht! Hier ist es die Qualitätsstufe Very Good (VG), das mit einem "+" heraufgestuft (verstärkt) wurde. Diese Qualitätsstufe entspricht in etwas dem EX des Goldmine-Magazin! 

 

VG-Definition:

Die Platte ist gespielt und weist leichte Fremdgeräusche auf. Haarkratzer sind vorhanden, jedoch kaum hörbar.

Das Cover weist leichte Abnutzungserscheinungen auf. Der Wert einer VG/VG-Platte beträgt 75 % einer M/M-Platte)

 

Goldmine Excellent (EX / VG+)

"Wenig Gebrauchsspuren, geringfügige Verschlechterung der Tonqualität. Das Cover ist geringfügig abgenutzt"

Anm.: Die Bewertungsstufe Excellent (EX) wurde im Goldmine-Bewertungssystem nachträglich hinzugefügt!  

 

Auszüge aus der Goldmine-Dokumentation (EX & VG+ ist in Goldmine gleichwertig):

" ... Eine gute Beschreibung einer „VG+“-Platte lautet: „Abgesehen von ein paar kleineren Dingen wäre diese NEAR MINT.“ Die meisten Sammler, besonders diejenigen, die ihre Platten auch abspielen, werden mit einer „VG+“-Platte zufrieden sein, insbesondere wenn sie sich im oberen Bereich dieser Note befindet (manchmal mit VG++ (Goldmine) oder EX+ bezeichnet).

 

„VG+“-Platten weisen möglicherweise leichte Gebrauchsspuren auf, darunter leichte Abnutzungen oder sehr leichte Kratzer, die das Hörerlebnis nicht beeinträchtigen. Leichte Verwerfungen, die den Klang nicht beeinflussen, sind in Ordnung. Geringfügige Gebrauchsspuren sind ebenfalls in Ordnung, wie verräterische Markierungen um das Mittelloch, aber wiederholtes Spielen hat das Loch nicht verformt. Es kann zu leichten Abnutzungen oder Verfärbungen um das Zentrierloch kommen, sollte aber kaum wahrnehmbar (sichtbar) sein.

 

VG+“-Cover sollten nur geringen Verschleiß (Gebrauchsspuren) haben. Ein „VG+“-Cover kann an der Unterseite, der anfälligsten Stelle, einen sehr geringen Nahtverschleiß (Kantenverschleiß) oder einen Riss (weniger als 2,5 cm) aufweisen. Ein „VG+“ -Cover kann auch einige Verunstaltungen aufweisen, z. B. eine geschnittene Markierung (die-cut, cut-hole, saw-mark). Cover mit solchen Markierungen können niemals als NEAR MINT bewertet werden. ..." 

 

Meine Interpretation von VG+ // EX  [Oldie-Markt // Goldmine] 

Der Schwerpunkt des Zustands liegt auf "geringfügig", das bedeutet, es sind geringe Gebrauchsspuren hörbar und sichtbar . 

Man muss das Cover und die LP im Zustand zwischen "fast neuwertig" und "stärkeren Gebrauchsspuren" einordnen. 

 

Vinyl-optisch: 

Wenige leichte Hairlines, Schlieren dürfen erkennbar sein, aber niemals in einem extremen Maß. Ein Höhenschlag darf nicht vorkommen. Das Plattenetikett muss nahezu fehlerfrei sein.

 

Vinyl-akutisch

Geräusche wie Knistern und minimales Rauschen dürfen nur gelegentlich auftreten und nicht zu stark ausgeprägt sein. 

 

Cover:  

Es dürfen keine Beschriftungen vorhanden sein. Einrisse oder Abrisse von Preisschild oder Sticker dürfen ebenfalls nicht vorhanden sein. Nur ganz feine Ringwear (Ringspur) wird toleriert. Die Cover-Ecken und -Kanten können minimale (vereinzelte) Beschädigungen besitzen, aber nur sehr geringfügig. Die Kanten des Einschubs müssen noch gut im guten Zustand, d.h. glatt sein. Auf einer laminierten Oberfläche können leichte, wenige Schlieren sichtbar sein, aber keine Riefen, Kratzer etc.. 

 

Praxistipp:

Hilfreich ist, wenn man sich vergegenwärtigt, dass man mit VG+//EX Alben bewertet, die nicht mehr "nahezu neuwertig" sind, aber auch nicht mit deutlichen Gebrauchsspuren behaftet sind. Der Begriff "guter Zustand" sollte zum Album passen. Ein EX+ gewichtet den guten Zustand in Richtung sehr gut und EX- gewichtet nach unten in Richtung "etwas mehr Gebrauchsspuren".  

 

Beispiele VG+ // EX/VG+  [Oldie-Markt // Goldmine]

Cover

1. Beispiel: SANTANA-ABRAXIS (GER 1970, GAT)

2. Beispiel: JANE - JANE LIVE (GER 1977, DoLP, GAT)

3. Beispiel:  <<< tbd >>>

Vinyl

 

1. Beispiel:

V.A. - INDUSTRIE - ROCK' SAMPLER STRAUBING (GER 1990)

2. Beispiel:

Deep Purple - Made in Japan (GER 1972, 2LP, GAT)



Qualitätsstufe VG // EX- bis VG+


[Oldie-Markt // Goldmine]

 

Oldie-Markt Very Good (VG)   

Die Platte ist gespielt und weist leichte Fremdgeräusche auf. Haarkratzer sind vorhanden, jedoch kaum hörbar.

Das Cover weist leichte Abnutzungserscheinungen auf. Der Wert einer VG/VG-Platte beträgt 75 % einer M/M-Platte.

 

Goldmine-Magazin EX-

EX: "Wenig Gebrauchsspuren, geringfügige Verschlechterung der Tonqualität. Das Cover ist geringfügig abgenutzt"

VG:  "Kleine Kratzer bzw. leichtes Rauschen können vorkommen. Das Cover kann Einrisse haben, ist aber noch brauchbar."

 

Anm.: Hier liegen wir zwischen den beiden Goldmine-Stufen: EX- <---> VG+ !  Das entspricht in etwa dem VG des Oldie-Markt. 

 

Meine Interpretation von VG // EX- bis VG+  [Oldie-Markt // Goldmine] 

Hier befinden wir uns im Bereich, den man umgangssprachlich mit "befriedigend" oder auch mit "Mittelmässig" 

bezeichnet, d.h. nicht mehr "gut" aber auch nicht "schlecht". Es ist darf zu achten, dass die Gebrauchsspuren in Maßen auftreten.

 

Die LP-Oberfläche hat Gebrauchsspuren, denn sie ist bereits zig-fach benutzt worden. Die Oberfläche kann schon etwas matter sein im Gegensatz zu einen neuwertigen LP. Es kann hin und wieder mal knacksen und knistern, dass aber nicht als allzu störend empfunden werden darf. Das Cover darf Gebrauchsspuren an den Kanten (Abrieb) und Ecken (kleine Stauchung, Runding) besitzen.  Kleine Flecken oder kleine Laminat-Ablösungen sind vorhanden. Insgesamt gesehen ist aber das Cover noch recht ansehnlich.  

 

Vinyl-optisch: 

Die Oberfläche zeigt Gebrauchsspuren in Form von Schlieren und Hairlines. Die Oberfläche ist schon etwas matter im Vergleich zu NM. Das Etikett um das Zentrierloch zeigt Gebrauchsspuren, darf aber keine Beschriftungen oder Beschädigungen ausweisen. Oberfläche sollte relativ sauber sein. 

 

Vinyl-akutisch:  

Fremdgeräusche, wie gelegentliches Knistern und leichtes Knacksen, darf mal vorkommen aber in erträglichem Rahmen. Jedoch hörbare Kratzer dürfen nicht vorkommen.

 

Cover: 

Die Ecken können leicht angestoßen sein und die Kanten zeigen vereinzelt Abnutzungen (Scheuerstelle). Ein Durchstoßung einen Flanke (z.B. oben oder unten) muss durch ein Minus bewertet werden, ebenso kleine Korrekturen durch Tesafilm, wenn diese eher unauffällig sind. Der Einschubschlitz zeigt Gebrauchsspuren. Leichte Ringwear kann vorkommen. Preisschild-Abrisse dürfen nicht vorkommen, auch keine Einrisse. Kleine aber wenige  Laminatablösungen sind bei sehr alten Alben tolerierbar, wenn das Cover in einem befriedigenden Zustand ist. Ebenso können altersbedingte leicht verblasste Farben und/oder schwäche Vergilbungen am äußeren Rand vorhanden sein.

 

Praxistipp:

Ich empfehle bei der Sichtung genau hinzuschauen, denn allzu schnell werden doch feinere Mängel übersehen, die eben bei einer genaueren Betrachtung dann doch das Album in diese Qualitätsstufe führen. Oftmals wird leider nachlässig zu schnell mittelmäßiger Zustand als VG+ / EX eingestuft. Ferner sollte man immer auch die Rückseite genausten begutachten.

 

Tendenziell fallen Alben in diese Qualitätsstufe die nicht sehr pfleglich behandelt wurden. Ebenso sollte man überzeugt sein, dass dieses Album nicht in die Qualitätsstufe VG+ / EX gehört. Dazu sind die Mängel dann doch zu groß, zu häufig. Trotzdem werde ich solch eine Album in meiner  Sammlung aufnehmen. Auch in dem Fall, dass man das Album häufiger antrifft. Es sollte eigentlich für jeden Plattensammler (den "MINT-Sammler" hier mal ausgenommen) ein sammel-würdiges Exemplar sein. 

 

Ein Preisschild-Abriss sollte hier nicht vorkommen, auch keine Beschruftungen, ansonsten abstufen durch ein VG- // VG  (Oldie-Markt // Goldmine).

 

Beispiele VG // EX- bzw. VG+  [Oldie-Markt // Goldmine]

Cover

1. Beispiel:

V.A. - INDUSTRIE - ROCK' SAMPLER STRAUBING (GER 1990)

2. Beispiel:

V.A. CHANGES PROGRESSIVE GERMAN POP (GER 197x)

Vinyl

Beispiele:

1. Beispiel: ZZ Top - Rio Grand Mud (RE, GER 1980)

2. Beispiel: T. Trent D'Arby - Sign Your Name (Maxi, GER 1984)

 



Qualitätsstufe G  // VG bis VG-


[Oldie-Markt // Goldmine]

 

Oldie-Markt Very Good (G)    

 Die Platte ist wiederholt abgespielt worden. Hörbar sind Fremdgeräusche wie leichte Kratzer oder durch wiederholtes Abspielen entstandenes Grundrauschen. Dennoch ist eine mit G eingestufte Platte noch gut abspielbar und durchaus kaufenswert.

Das Cover weist deutliche Abnutzungserscheinungen, kleine Risse oder Farbflecken (Tinte, Stempel, Klebebandspuren, Restaurierungsspuren durch Filz- oder Farbstifte etc.) auf. Der Wert einer G/G-Platte beträgt 50 % einer M/M-Platte.

 

Goldmine-Magazin (VG / VG-)

VG:  "Kleine Kratzer bzw. leichtes Rauschen können vorkommen. Das Cover kann Einrisse haben, ist aber noch brauchbar."

 

Auszüge aus der Goldmine-Dokumentation (VG):

„ ...Viele der Unvollkommenheiten (Mängel) eines „VG+“ -Platte sind bei einer „VG“-Platte deutlicher erkennbar. ... 

 

... Diesen Platten fehlt der größte Teil des ursprünglichen Glanzes, den eine fabrikneue Schallplatte hat. Spuren am äußeren Ring sind auf den ersten Blick erkennbar, ebenso leichte Kratzer, die tief genug sind, um mit einem Fingernagel spürbar zu sein. Bei der Wiedergabe einer „VG“-Platte treten Störgeräusche auf und es sind möglicherweise einige Kratzer zu hören, insbesondere bei leiseren Passagen und während der Einleitung und am Endes eines Musikstücks. Das Geräusch aber wird die Musik ansonsten nicht überragen (überdecken).

 

... Geringfügige Beschriftungen, Klebeband oder Aufkleber können das Cover beeinträchtigen ... 

 

„VG“-Cover haben viele Gebrauchsspuren. Die Ringspuren (Ringwear) in der Mitte oder entlang am äußeren Rand ist deutlich erkennbar, aber nicht zu dominant. Einige weitere Knicke oder Stauchungen können sichtbar sein. Risse in den Flanken (Kanten) kann hier schon häufiger vorkommen und kann auf allen drei Seiten vorkommen, sind jedoch nicht unbedingt auf dem ersten Blick erkennbar. Vielleicht hat auch jemand einen Mangel mit einem Preisschild überklebt?! ... " 

 

Anm.: Hier liegen wir im Bereich der Goldmine-Stufen VG und VG-  Das entspricht in etwa dem G des Oldie-Markt. 

 

Meine Interpretation von G // VG bis VG-  (Oldie-Markt // Goldmine) 

Solche Alben sind insgesamt schon in die Jahre gekommen und es zeigen sich schon einige deutliche Gebrauchsspuren. 

Beide Bewertungssysteme weisen auf mögliche Schäden beim Cover hin, die in dieser Qualitätsstufe akzeptiert werden aber nicht zwangsweise haben müssen! Die LPs haben einige deutliche Gebrauchsspuren, wie z.B. Wischer, Hairlines und Mattigkeit der Oberfläche. Laute hörbare Kratzer (lautes regelmäßiges Knacken) dürfen eigentlich noch nicht vorhanden sein. Wenn ja, dann ist das m.E. schon eine Qualitätsstufe tiefer einzuschätzen ( --> W bzw. G )! Beim Cover kann schon viel passiert sein. Viele Mängel wie starke Ringwear, Oberflächenschäden, bestoßene runde Ecken, Knicke, kleine Risse, kleine Flecken, kleine Beschriftungen, kleine Klebstreifen. Aber alles einigermaßen "noch im Rahmen" und noch akzeptabel!   

 

Vinyl-optisch:  matte Oberfläche, viele Wischer und Hairlines, Flecken, Schmutz, ggf. Welle,  Etikett mit Beschriftung. Das

Plattenetikett und/oder das Zentrierloch zeigen deutliche Gebrauchsspuren. 

 

Vinyl-akutisch:  Rauschen, knistern, ab und zu mal ein knacken im Hintergrund 

 

Cover: Viele Mängel wie starke Ringwear, Oberflächenschäden, runde Ecken, Knicke, kleine Risse, Flecken, Beschriftungen, Klebstreifen. Das Cover kann auch einen Preisschildabriss haben. 

 

Praxistipp: 

Alben die selten (rar) sind, diese sollte man durchaus in diesem Erhaltungszustand in seiner Sammlung halten. Bei Alben aber die es sehr häufig gibt (bekannte, erfolgreiche Bands und Künstler aus Pop & Rock), da sollte man eine gute Gelegenheit abwarten und dann das Album in einem besseren Zustand erwerben.  

Viele Alben im Zustand G//VG bis VG- findet man in den Kisten der "fliegenden Händler" auf den Flohmärkten, sehr selten  auf Börsen, denn damit verdienen die Händler eigentlich kein Geld.

 

Beispiele G // VG  (Oldie-Markt // Goldmine)

Cover

1. Beispiel:

IN FLAM - SOMEONE FOR THE BAD BOYES (GER 1991)

2. Beispiel 

NEU! - NEU '75 (GER 1975)

3. Beispiel

V.A. - ROCK IN DEITSCHLAND VOL. 1 (1980)

Vinyl

Beispiel:

Rock in Deutschland - TON STEINE SCHERBEN (GER 1981)

 



Qualitätsstufe W // VG- bis G


[Oldie-Markt // Goldmine]

 

Oldie-Markt WORN (W)

Worn = abgenutzt, verschlissen

Mit dieser Qualitätsstufe beginnen die schlechten Platten. Sie sind überdurchschnittlich abgespielt. Kratzer und  Grundrauschen sind deutlich hörbar. Nur bei sehr seltenen Stücken lohnt hier ein Kauf zur Vervollständigung der Sammlung.

Das Cover dieser Qualität ist stark beschädigt, oftmals eingerissen oder stark verschmutzt /Klebstoffe, starke Flecken wasserfester Filzstifte und dergleichen mehr. Der Wert einer W/W-Platte beträgt 25 % einer M/M-Platte.

 

Goldmine-Magazin GOOD  (G und VG-/G+)  

Die Platte hat an Qualität verloren. Hat starke Kratzer. Das Cover zeigt Beschädigungen.

 

Auszüge aus der Goldmine-Dokumentation (VG-/G):

" ... Gut heißt nicht unbedingt schlecht! Die Platte spielt durch ohne zu springen, sodass sie als Füllmaterial dienen kann, bis etwas Besseres gefunden wird. Sie hat jedoch beträchtliche Störgeräusche und Kantenverschleiß, und das Etikett ist ziemlich verschlissen, mit starkem Abrieb am Rand, starke Beschriftung oder mit offensichtlicher Beschädigung, die entsteht wenn jemand versucht hat, Klebstreifen oder Aufkleber zu entfernen und es hat aber Spuren hinterlassen.

 

Ein "G" bis „VG-“-Cover hat starke Ringspuren (ring wear)‘, hat sichtbare Risse in den Kanten und möglicherweise einen deutlichen Schriftzug, den der Voreigentümer drauf geschrieben hat. ... "

 

Meine Interpretation von W //  VG- bis G  [Oldie-Markt // Goldmine]

Im englisch,-amerikanischen Sprachraum noch mit gut (good) beschrieben, da sind wir Mitteleuropäer schon bei 

Adjektiven wie z.B.  "abgenutzt", "verschliessen" (=worn) usw. 

 

Vinyl-Alben, die in diese Qualitätsstufe fallen, sind für den "normalen" Plattensammler eher uninteressant, weil der Zustand der Platte und/oder des Covers bereits in einem extrem schlechten Zustand sind. Aber für den Sammler, der beispielsweise noch eine bestimmte Version (altes Original) unbedingt in seiner Sammlung haben möchte, egal in welchen Zustand, derjenige wird sich ggf. für solch ein Album noch interessieren. Insbesondere dann, wenn es sich um echte Raritäten handelt.

 

Vinyl-optisch:  Die LP zeigt hat typischerweise Schlieren, Scheuerspuren, Kratzer, Flecken, Aufkleber und starke Verschmutzungen. Das Gleiche gilt auch für das Plattenetikett. Durch solche Mängel ist eine gute bzw. befriedigende Tonqualität nicht mehr zu erwarten!

 

Vinyl-akutisch:  typischerweise rauscht, knistert und knackst solch eine LP in extremen Maße. Möglicherweise bleibt die Abtastnadel hängen oder kann auch mal springen. 

 

Cover:  Die Oberfläche hat massive Mängel in Form von Scheuerstellen, Flecken, Wasserrändern, extreme Ringwear und kann auch Einrisse haben. Die Cover-Oberfläche hat deutliche Gebrauchsspuren. Reparaturen durch Klebestreifen sind möglich, ebenso störende Beschriftungen, die nicht  mehr beseitigt werden können (z.B. Notizen mit Kugelschreiber) ...      

 

Praxistipp:

LP: Wer eine gute Abtastnadel hat, der sollte sich gut überlegen, ob er LPs in diesem Zustand wirklich abspielen will - Gefahr! Beim Abspielen in dieser Qualität ist äußerte Vorsicht geboten. Das Risiko  die Abtastnadel zu beschädigen ist groß.  

Cover: Vielleicht oder auch nicht,  kann man mit einer geschickten Restauration das Cover noch etwas "aufhübschen" (s. dz. meine Ideen im Kapitel "Schäden&Reparatur", klick HIER)?!

 

Beispiele W // VG- bis G  [Oldie-Markt // Goldmine]

Cover

Beispiel:

V.A. - TANZ-COCKTAIL (GER 1964, Somerset ST-602)

V.A. - DER ZIGEUNERBARON (GER 196x, ELECTROLA ST 80 460)

Vinyl

Beispiel:

V.A. - ROCK IN DEITSCHLAND VOL. 1 (GER 1980, Strand-6.28492) 



Qualitätsstufe F // P/F


[Oldie-Markt // Goldmine]

 

Oldie-Markt FAIR (F)

Die Platte ist akustisch völlig ohne Wert, da sie praktisch nicht mehr abspielbar ist. Der Kauf einer solchen Platte geschieht lediglich aus Archivzwecken. Das Cover ist gerissen oder nur unvollständig erhalten. Der Wert einer F/F-Platte beträgt maximal 10 % einer M/M-Platte.

 

Goldmine-Magazin Poor (P) oder FAIR (F)

Die Tonträger sind akustisch völlig ohne Wert, da sie praktisch nicht mehr abspielbar sind. Das Cover ist zerrissen oder unvollständig erhalten. Nur bei seltenen Stücken lohnt hier ein Kauf zur Vervollständigung der Sammlung.

 

Auszüge aus der Goldmine-Dokumentation (P/F) :

"...  Platten im Zustand P (Poor) und F (Fair) haben von 0 bis 5 Prozent des NM-Werts, wenn sie überhaupt gehandelt werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit landen solche Platten im Müll. Diese Platten knacksen (krachen), sind möglicherweise verzogen (wellig)  oder die Abtastnadel springt  und / oder bleibt sogar hängen beim Versuch sie abzuspielen. Das Cover ist so stark beschädigt, dass Ihnen Tränen in die Augen schießen. Nur die extrem raren Alben verkaufen sich in diesem Zustand für wenig Geld, wenn sie sich überhaupt verkaufen lassen. ..."

 

Meine Interpretation von F // F  [Oldie-Markt // Goldmine] 

Die Definitionen sind hier ziemlich klar formuliert, d.h. wenn man ein Album in dieser Qualitätsstufe hat, dann ist der Zustand (leider) eine Katastrophe. Die Schallplatte ist u. U. nicht mehr abspielbar eventuell sogar zerbrochen. 

Das Cover ist kaputt und unbrauchbar (z.B. Wasserschaden, wurde versehentlich über die Straße geschleudert, Zufallsfund im Müll usw.), möglicherweise sogar zerrissen, sodass auch Teile des Covers fehlen können. 

 

Vinyl-optisch: Extrem zerkratzt,  Rillen beschädigt, defekt, zerbrochen, 

Vinyl-akutisch: ggf. gar nicht mehr abspielbar; wenn doch, dann mit extrem viel Störgeräuschen, Abtastnadel bleibt hängen oder springt sogar. 

Cover: Extremer Abrieb an Kanten und Cover-Art, stark beschädigt, unvollständig, zerrissen, fleckig, löchrig, ...  

 

Praxistipp:

Ist es ein Album, welches noch sehr häufig am Markt ist (z.B. ein Bestseller aus dem Genre Pop oder Rock), dann wird ein Sammler dieses Album vermutlich entsorgen. Etwas anders verhält es sich, wenn es sich um eine absolute Rarität handelt. In solch einem Fall wird der "Komplettist" oder der exzessive Sammler eines bestimmten Genres sicherlich nicht nein sagen und dieses Album sammeln bzw. aufbewahren. 

 

Beispiele F // F  [Oldie-Markt // Goldmine]

Cover

1. - komplett über die Breite gerissen und mit breitem
       Klebestreifen überklebt (sieht in Wirklichkeit noch 
       schlimmer aus als auf den Foto).

2. - Cover-Abriss, rechte Frontseite unvollständig 

Vinyl

1. - Loch in Schallplatte (war vermutlich mal eine Deko-LP

2. - Plattenoberfläche übersät mit Kratzern und Schlieren,
       zudem ist das Plattenetikett stark beschädigt.

3. - Das ist ein Totalschaden



Umgang mit Sonderfällen


 <<< Dieser Abschnitt ist leider noch nicht fertig >>> 

- Beilage fehlt, OIS fehlt, Höhenschlag, Bootlegs, Counterfeit)

- verschmutze Platten haben m.E. keinen Einfluss auf die Bewertung , fehlender Glanz schon, ... 

- Beschriftungen, Preisschild-Abriss, Stempel, Plattenetikett mit Spuren um das Mittelloch, ...

- Geruch, Wasserflecken, ... 

- Neuwertig (NM) aber kleiner optischer oder einem hörbaren Kratzer 

 


Fazit und Ausblick


Fazit:

Die Bewertung von Schallplatten-Alben ist für den Händler oder erfahrenen Sammler kein großes Problem. Jedoch ein Anfänger oder ein nicht so ambitionierten Sammler tut sich da wesentlich schwerer. Hilfreich ist aber immer,  

wenn man bei einer Bewertung die gesamte Bandbreite der Bewertungsstufen und auch Beispiele im Kopf hat, um das konkrete Album vergleichen und dann einstufen zu können. 

 

Mir persönlich helfen jetzt die beiden von mir entwickelten Diagramme  (s.o.) jeweils für die Einstufung des Covers und der LP. Beide Diagramme werden von mir nun immer bei der Einstufung von gebrauchten Alben zur Hand genommen (es sind sozusagen meinen "Referenztabellen").

 

Ausblick:

In den nächsten Tagen & Wochen werde mal schauen, ob es mir möglich ist, noch weitere anschauliche Foto-Beispiele  zu erstellen und dann noch mit der GEMA abklären, inwieweit es lizenzrechtlich möglich ist, Hörproben kostenlos zu präsentieren ohne dabei die Urheberrechte zu verletzen. 

 

Geplant ist noch ein weiteres "Referenz-Tool" (Einstufungshilfe), welches noch mehr Details zur Verfügung stellen wird, um eine möglichst präzise Einordnung zu ermöglichen.  

 

Weitere Quellen:

Im MINT-Magazin, Heft-Nr. 14 (08/2017) gibt es auf den Seiten 58/ 59 einen vergleichbaren Artikel "Wie bewerte ich den Zustand einer Platte?". Leider sind dort m.E. die Abbildungen viel zu klein und sehr undeutlich abgedruckt. Die Beschreibungen sind soweit O.K., aber doch recht allgemein gehalten.   

 

Ein YouTube-Video von HHV (Händler aus Berlin) über das Grading (Einstufung) von Vinyl-Alben gibt es hier:

https://www.hhv.de/shop/de/hilfe/goldmine-grading-standard

 


(Ende)