Hat die Vinyl-Schallplatte ihren Zenit überschritten?

Mitte Juli wurde der Halbjahresreport 2018 des Bundesverband der Deutschen Musikindustrie (BVMI) publiziert. Die Hauptbotschaft des Reports war, dass in Deutschland erstmalig das Audio-Streaming jetzt mehr Umsatz generieren als die physischen Musikträger (CD, Schallplatten usw).  Ein Bemerkung zur Schallplatte in diesem Bericht hat mich aber sehr erstaunt: Auszug aus dem BVMI-Halbjehresreport (klick HIER)

" ... Zum ersten Mal seit 2006 verzeichnete darüber hinaus auch die Schallplatte Verluste, die mit einem Minus von 13,3 Prozent derzeit 4,4 Prozent zum Gesamtumsatz beiträgt. .."

Noch im BVMI-Jahresreport über das Jahr 2017 (klick HIER) war noch zu lesen: 

" ... Vinyl wuchs dagegen weiter, wenn auch nicht so stark wie in den Vorjahren. Mit einem Plus von 5,1 Prozent sorgte es im Gesamtjahr 2017 für 4,6 Prozent der Umsätze. ..."

 

 

Vergleicht man die Zahlen bzgl. Vinyl aus dem Halbjahresreport 2018 zum Jahresreport über das Jahr 2017 so ergibt sich ein Minus von 0,2% (4,6%--> 4,4%); d.h. bei einem Gesamtumsatz von 724 Mio€ im 1. Halbjahr sind 0,2% ca. 1,45 Mio€.  Wenn ich von einem Durschnittsspreis einer neuen Vinyl-LP von ca. 20€ ausgehe, dann entsprechen die 1,45 Mio€ in etwa 72.700 weniger verkaufte LP-Alben! 

 

Für mich ist das wirklich schon bemerkenswert, dass nun erstmals seit 2006 ein Umsatzrückgang von 13,3% bei der Vinyl-Schallplatte zu verzeichnen ist! Da bin ich wirklich mal gespannt, ob das ein einmaliger "Ausrutscher" war oder ob sich dieser Negativ-Trend fortsetzen wird. Erklären kann ich mir diesen Rückgang eigentlich nicht. Aber vielleicht schauen die vielen Schallplatten-Liebhaber sich nun verstärkt auf dem Gebrauchtmarkt um, anstatt neue Alben zu kaufen?! Bei mir ist es tatsächlich so, dass ich mehr Geld in 2nd-Hand Alben investiere als in Neuerscheinungen. Auch habe ich den Verdacht, dass die jüngere Kundschaft (z.B. DJs) immer mehr rein elektronisch arbeiten und auch verstärkt älteres Musikmaterial (von Platten) sampeln - vielleicht.   

 

Hier nochmals zum Vergleich die Umsatzgrafiken aus dem BVMI-Jahresreport 2017:  

 

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