last update: 30.06.2019 (Pkt 06 erweitert: Reparatur von Laminatschäden) )

 

Schäden & Reparatur


1. Cover und Innenhülle


Themenübersicht dieser Seite

     1.1.  Schäden 

     1.2.  Reparaturen und Restauration 

 


Frage: "Ist eine Cover-Reparatur bzw. Cover-Restauration überhaupt möglich?"

Antwort: "Ja und Nein! Das hängt davon ab, welcher Schaden vorliegt."

 

Ich bekomme hin und wieder mal Plattencover, die noch in einem super Zustand sind (NM, NM-, EX, VG++ = nahezu neuwertig bis sehr gut erhalten - ein Glücksfall für jeden Sammler. Aber sehr häufig sind auch Cover dabei, die erhebliche Gebrauchsspuren aufweisen (alles unterhalb von VG+, also VG, VG-, G ...). Bei älteren Alben sind oftmals die Cover in einem schlechteren Zustand als die Schallplatten selbst. Daher sieht man oft "Bewertungspärchen" bei dem das Cover schlechteren Zustandsbewertung hat als die zugehörige LP, z.B. NM-/VG+  oder VG+/VG ( Platte/Cover).


Tipp: 

In meinem Vinylen Tagebuch (Blog) beschreibe ich eine komplette Cover-Restauration im Detail inkl. Fotostrecken
(siehe dazu den Eintrag vom 30.09.2017, klick HIER ).


1.1. Schäden 

Hier Beispiele von Cover-Schäden und Abnutzungserscheinungen aus meiner Sammler-Praxis:

(die eventuell möglichen "Gegenmaßnahmen" findet ihr im nachfolgenden Kapitel 1.2 beschrieben)


01 -  die Außenkanten sind abgescheuert

02  -  die Außenkanten sind in der Mitte (durch die Schallplatte) durchstoßen (smsplt). Grund: s.o.

03  -  Ring Wear: die Vorderseite und/oder Rückseite des Covers haben kreisrunde Scheuerstellen durch Druck der Platte

04 -   die Cover-Front hat einen Preisschild- oder Sticker-Abriss; kommt leider häufig vor (tear)

05 -   altersbedingt sind manche Verklebungen, Nahtstellen aufgegangen (der Kleber ist gealtert, ausgetrocknet)

06 -   die Laminierung ist eingerissen oder löst sich ab (Lichtschaden bzw. die Weichmacher sind ausgedünstet) 

07 -   das Cover oder Plattenlabel sind beschriftet (woc, wol)

08a - ist verdreckt, Flecken, die Ränder sind vergilbt

08b -Vergilbungen durch Tageslicht / Sonnenlicht 

09  -  das Cover hat Stockflecken-bzw. Schimmelflecken (z.B. durch Lagerung in feuchtem Keller), ebenso die Innenhülle.

10 -   das Cover und die Innenhülle riechen extrem muffig (Kellergeruch, ZigarettengeruchSpeichergeruch)

11 -   durch Nagetiere angefressene Cover

12 -   die Platten-Einschubkanten (Einschubschlitz) sind zerbeult, ausgefranst, eingerissen.
         Dies passiert insbesondere, wenn der Schlitzkanten "ungeschickt" mit den Fingern auseinander gedrückt wurden.
         Oder weil 
die Innenhülle unsachgemäß, häufig raus- und reingeschoben wurde. 

13 -   Cover-Einrisse wurden mit Tesa-Band geklebt (toc) 

14 -  Cover hat eine "Entwertungsmarkierung"  (Cut-Out (c/o), Die-Cut, Saw-Mark, Cut-Hole)

15 -  Cover hat größere Abrisse, Einrisse, sonstige optische Beschädigungen

16 -   Innenhülle: es geht die Naht auf (Kleber ist ausgetrocknet)

17 -   Innenhülle: Kanten sind durchstoßen

18 -  zerknitterte Innenhüllen

19 - vergilbte Innenhüllen

 

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und soll nur einen Überblick geben über die typischen Schäden und Abnutzungen.

(Ich werde später die oben aufgeführten Schäden mit eigenen, beispielhaften Fotos dokumentieren).

  

1.2. Reparatur & Restauration 

Was kann man bei Cover-Schäden tun?

Manchmal nichts, dann ist das Cover so wie es ist, eben ein Artefakt, ein Sammlerstück seiner Zeit!

 

Aber bei manchen Schäden gibt es Abhilfen!!! Es gilt aber der Grundsatz: Weniger ist mehr!

 

Ich gebe es hier offen zu: ein Platte im Zustand NM- oder Ex /VG+ ist mit lieber als ein Zustand darunter. Aber, wenn mich eine Platte besonders interessiert und ggf. nur für sehr viel Geld in einem besseren Zustand zu bekommen ist, dann nehme ich die günstigere Platte oder kaufe gar eine Nachpressung. 

 

Im Folgendem findet Ihr Tipps und Tricks aus meiner Sammel-Praxis, wie man den ein oder anderen Markel oder Abnutzung ausbessern kann. Zumindest gelingt es mir sehr häufig den Zustand eines Covers oder der Schallplatte zu verbessern.

 

Hier eine Auflistung von typischen Cover-Abnutzungen und -Schäden und was man (möglicherweise) dagegen tun kann.

 

Achtung, bitte unbedingt beachten!: 

Meine nachfolgenden Reparatur-Tipps sind ohne Gewähr! Man braucht einiges an Erfahrung, Einschätzungsvermögen, sowie handwerkliches und künstlerisches Geschick, um die hier beschrieben Reparatur-Arbeiten erfolgreich durchzuführen. Will sagen: das ist nichts, was man auf die Schnelle mal machen kann. Vielmehr muss man oft mit viel Liebe und Geduld an die Sache rangehen!

 

Hier meine Tipps & Tricks zur Cover-Reparatur und -Restauration:

 


zu 01: "Abrieb an den Außenkanten"
Hier hilft i.d.R. eine Farbkorrektur mit Filzstiften. Ich besitze derzeit 55 verschiedene Filzstifte in verschiedenen Farben und Stärken (plus diverse Buntstifte) und bin immer wieder selbst überrascht, wie gut die Korrekturen gelingen können.

 

Beispiel:  

Led Zeppelin - The Song Remains The Same  (GER 1976, GAT, Booklet, SWAN SONG - SS 89 402)  

Das Cover hat einen schwarzen Hintergrund, die Oberfläche ist fein geprägt und hat dadurch eine Leder-ähnliche
Struktur. Leider ist das Cover-Material sehr empfindlich gegen Abrieb. Daher hatten fast alle Kanten einen  starken "Scheuerstellen".  

 

In diesem Beispiel habe ich die Ausbesserung der abgeriebenen Stellen mit zwei schwarzen Permanent-Marker "STABILO Write-4-all" (Starke S und M) vorgenommen. Nach der Ausbesserung ist der Abrieb fast nichts mehr zu sehen.

 



zu 02: "Außenkanten sind in der Mitte durch die Schallplatte durchstoßen"

Man nimmt festes Papier oder dünnen Karton und schlägt es auf ca. 1 cm um. Man schneidet den Streifen ab (die Länge des Streifen passt man an der Länge der Risses an). Man hat jetzt einen V-Streifen (1x1cm). Die Außenseiten bestreicht man jetzt komplett (flächig) mit Klebestift. Bitte keinen flüssigen Kleber verwenden. Mit einer Pinzette positioniert man nun sorgsam den Streifen von innen an die eingerissene Kante.Bitte darauf achten, dass sich der Knick des Klebestreifen möglichst dicht an der Innenkante des Covers befindet.  

 

Hier ergänzend ein YouTube-Video dieser Methode:  https://www.youtube.com/watch?v=C5lgX-I79io  (in Englisch)

 

Tipp: 

1. Bitte sofort testen, ob die Innenhülle ruckfrei in das Cover gleitet. Wenn nicht, dann sitzt der Papierstreifen nicht genau

an den Kanten des Covers und die Position muss korrigiert werden.

   

2. Bei Ausfransungen kann man mit einer Farbkorrektur (Filz- oder Bleistift) den Riss etwas kaschieren

(z.B. wenn die Kante eine dunkle Farbe hat und man durch den Riss (Spalt) den hellen Cover-Karton sieht). 

 

Alternativ kann man die Durchstoßung/Riss mit einem schmalen Tesa-Streifen zukleben. Allerdings hat dies den Nachteil, dass man hier den Tesa-Streifen sieht.


zu 03: "Ring Wear"

Bei starkem Abrieb ist nicht viel zu machen. Ist der Abrieb dagegen sehr schwach bzw. nur an bestimmten Stellen,

dann kann man mit Farbstiften etwas retuschieren (hängt aber von der Grafik des Covers ab). Bei farbigen Flächen

wähle ich den entsprechenden Filzstift (entsprechende Farbe) bemale eine Fingerkuppe (oder Wattestäbchen) und reibe dann ganz vorsichtig über die Stelle. Ggf. an einer kleiner Stelle vorab mal testen. Tipp: wenig Farbe verwenden (weniger ist manchmal mehr). 


zu 04: "Preisschild- / Sticker-Abriss" 

Bei einfarbigen Flächen benutze ich einen passenden Farbstift (vgl. dz. Pkt. 01). Die Vorgehensweise ist gleich der Reparatur einer Ring Wear (s.o.).  Bei Fotos ist natürlich sehr viel künstlerisches Geschick gefragt.

Tipp:

Ist der Schaden zu gravierend, dann klebe ich lieber ein altes Preisschild oder Sticker einfach darüber. Das gefällt mit persönlich besser (wirkt authentischer) als der Blick auf einen schnöden Abriss.


zu 05: "Klebestellen / Nahtstellen sind aufgegangen"

Hier klebe ich die Naht entweder mit Flüssigkleber nach (z.B. mit Uhu) oder ich verwende einen Klebestift.

Bitte beachten: alten Kleberwulst ggf. mit Klingenschaber (z.B. Kochfeld-Kratzer) oder einer Rasierklinge vorher vorsichtig entfernen. Da braucht man etwas Geduld und ein ruhiges Händchen. Dafür wird aber die neue Klebung sehr glatt und hält besser. 


zu 06: "Laminierung ist eingerissen oder löst sich ab"

Da ist nach meiner Erfahrung nicht viel zu machen. Ich rate davon ab die Laminierung abzuziehen. Das geht zu

98% aller Fälle schief. Es löst sich i.d.R. der Cover-Druck mit ab! Also lieber die Finger davon weglassen.

 

Eine Möglichkeit Laminat-Ablösungen zu reparieren habe ich in einem Artikel "Der große Vinyl-Ratgeber" des MINT-Magazins gefunden (Ausgabe #14 / 08/17). Dort wird auf S. 56 beschrieben, wie man mit dem Klarteilkleber CONTACTA Clear von Revell (stammt aus dem Modellbau) gelöstes Laminat wieder ankleben kann.   

 

Ich habe das im Juni 2019 dann selbst ausprobiert. Abgelöstes Laminat an den Rändern habe ich sehr gut mit dem Kleber CONTACTA Clear wieder ankleben können. Die Ergebnisse waren sehr gut. Tipp: es werden beide Seiten mit dem Kleber bestrichen (Laminat und die Oberfläche der Plattenhülle). Am besten gleich, nachdem alles bestrichen wurde, die beiden Teile zusammenpressen. Nicht zu lange warten, damit sich der noch flüssige Kleber gut verbinden kann. Nach dem Aushärten ist der Kleber tatsächlich ganz klar. 

 

Das verkleben großer Flächen hat bei mir leider nicht so gut geklappt. Es hat sichtbare Blasen gegeben. Hier muss man wohl extrem genau arbeiten. Leider war auch die Oberfläche der Klebestelle danach etwas rau. Möglicherweise lag es daran, dass ich zulange gewartet habe, bis ich das Laminat auf die Hüllenoberfläche gepresst hatte und der Kleber war dann wohl schon zu fest. 

 

Der Vollständigkeit halber hier noch ergänzt: 

Das MINT-Magazin schreibt auch, dass man ebenso Blasen von abgelöstem Laminat mit dem Revell-Klarteilkleber und mit Hilfe einer Spritze kleben kann. Hab' ich selbst aber noch nicht ausprobier, das sollte aber m.E. gut funktionieren. 

 

Weitere Infos: klick HIER, s. dort Kapitel B, Klarteilkleber)


zu 07: "Beschriftete Cover oder Plattenlabel (woc, wol)"

In seltenen Fällen ist es mir gelungen Beschriftungen, die mit Kugelschreiber geschrieben wurden, zu entfernen. Dies klappt eigentlich nur, wenn der Untergrund gut laminiert war. Dann kann man mit einem Radiergummi die Schrift möglicherweise wegradieren. Meist bleibt aber ein Abdruck sichtbar. Ist der Untergrund nicht laminiert, dann am besten nichts machen!

 

Ist die Beschriftung mit Bleistift geschrieben worden, dann ist die Chance groß diese Beschriftung weg zubekommen (--> radieren!). Allerdings rate ich auch hier zu größter Vorsicht, da eventuell der Untergrund mit wegradiert werden kann (gibt dann Flecken). Bei laminierten Untergrund i.d.R. kein Problem. Am besten erst mal ganz klein und ganz fein an einer Stelle anfangen.


zu 08a  " Cover ist verdreckt, Flecken, die Ränder sind vergilbt"

Ist das Cover verdreckt, dann einfach mit ein wenig Reinigungsflüssigkeit oder Reinigungsbenzin das Cover säubern.

Säubern mit Reinigungsflüssigkeit:

Ich empfehle dazu einen feinen Putzschwamm oder Baumwolltuch und als Reinigungsflüssigkeit 2/3 destilliertes Wasser mit 1/3 Isopropyl-Alkohol (vgl. dz. meine Beschreibung zum Thema Plattenreinigung"). Bitte sehr wenig Flüssigkeit verwenden, denn die Cover sind ja aus Karton (laminierte Cover sind unkritisch). Mit zuviel Flüssigkeit besteht die Gefahr, das es Wölbungen oder Verfärbungen gibt. Nach dieser Reinigung das Cover gut austrocknen lassen!

 

Säubern mit Reinigungsbenzin:

Hierbei kann eigentlich nicht viel schiefgehen, da Reinigungsbenzin relativ neutral ist. Am besten verwendet Ihr ein sauberes Putztuch/Baumwolltuch (z.B. alte, gereinigte Unterhemden o. alte, weiße T-Shirts) und testet an eine kleinen Stelle, bevor Ihr das ganze Cover bearbeitet.

 

Hinweis:

Bei Laminat-Schäden dringt das Waschbenzin in den Karton ein und verursacht zunächst (braun-graue) Flecken. Diese verschwinden aber wieder komplett beim trocknen. Das passiert sehr oft an Stellen wo mal ein Preisschild war oder ein feiner Haarriss in der Laminierung bzw. in der Oberfläche ist.

 

Wichtiger Hinweis:
Benutzt bitte niemals Pinselreiniger oder Nitroverdünnung zum säubern!!! Diese Mittel sind sehr aggressiv und greifen sofort das Laminat und die Druckfarben an. Dies führt i.d.R. zu schwären Schäden bzw. Totalschäden am Cover

(Hab' bei solch einem Versuch "Lehrgeld" zahlen müssen)!!! 


zu 08b Vergilbungen durch Tageslicht / Sonnenlicht

Bei Vergilbungen (insbesondere bei hellen Covern (z.B. Pink Floyd - The Wall), White Album - The Beatles etc.) kenne ich bisher keine erfolgreiche Methode um diese Verfärbungen bzw. Ausbleichungen weg zubekommen.

 

Tipp: sehr sorgsame Sammler bewahren ihre Schallplatten in Schubkästen bzw. in Schubladen oder sogar in Schränken auf. Dadurch sind die Cover von Tageslicht/Sonnenlicht geschützt.  


zu 09: "Das Cover hat Stock- bzw. Schimmelflecken, ebenso die Innenhülle (foxing)

Also meine Erfahrung ist die: man kann das ein wenig verbessern (vorsichtig feucht abwischen, s. dz. meine Tipps in Nr. 08,

vorab an einer kleinen Stelle testen, z.B. mit einem Wattestäbchen) aber beseitigen kann man diese Art von Flecken normalerweise nicht! Warum? Dies liegt einfach daran, dass sich der Schimmel in die Oberflächen reinfrisst und dabei die Kartonstruktur etwas zerstört. Bei laminierten Oberflächen kann man ggf. noch etwas retten. Bei einer neutralen Innenhülle, empfehle ich diese einfach gegen eine neue Innenhülle (Sleeve) auszutauschen.

 

Stockflecken tretten auf, wenn Platten-Alben und auch Bücher längere Zeit einer Luftfeuchte von >55% ausgesetzt sind! Weitere Details zu Stockflecken findet man auf Wikipedia (klick HIER).
Tipp:  bei wertvollen Sammlerstücken sollte man ggf. einen Buchrestaurator konsultieren.


zu 10 - das Cover und die Innenhülle riechen extrem muffig (Kellergeruch, Speichergeruch, Zigarettenrauch, ...)

Hier hilft in der Regel langes auslüften in frischer, trockener (Außen-) Luft. Kann schon mal 1-3 Tage dauern.

Die Innenhülle, sowie die Schallplatte, sollten dazu raus genommen werden. Cover irgendwo schräg anlehnen, damit die Luft überall hinkommt (ansonsten sollte man das Cover mehrfach umdrehen). Klappcover ca. 90Grad ausklappen und

senkrecht hinstellen. Den Einschubschlitz mit einem Streichholz spreizten, damit die Luft auch nach Innen kommen kann.


Tipp:

1. - Ich rate ab von der Verwendung von Duft-/Frische-Sprays (Gefahr der Verfärbung, die insbesondere erst nach einiger Zeit
      auftreten. Besser ist es zunächst das Cover mit verdünntem Reinigungsalkohol abzuwischen (2 Teile Isopropyl-Alkohol +
      1 Teil destilliertes  Wasser)   

2. - Solltet Ihr das Cover nach draußen stellen wollen, bitte darauf achten, das kein "Getiers" drankommt. Dies führt 
      automatisch zum nächsten Punkt (Nr. 11).

3. - ggf. nach der Frischluft-Aktion zumindest die Innenhülle (Innentasche) durch eine neue Innenhülle (Innentasche)
      austauschen. 

 

Als weitere Methoden sind auch noch zu erwähnen:

  • Cover in älteres Zeitungspapier einpacken und das ganze eine eine Plastiktüte und für ca. 12 Std. ins Tiefkühlfach
    legen. Hier werden alle (Geruchs-) Bakterien abgetötet. (Kann man auch mit Jeans machen, wenn diese nicht gewaschen werden soll). Kein neues Zeitungspapier verwenden, da ggf. die Druckerschwärze abfärbt. 
  • Cover in Zeitungspapier und für ein paar Tage in eine Kiste mit (frischem) Katzenstreu legen.
  • Cover in eine Papiertüte, etwas Natronpulver (gibt es im Drogerie-Markt für unter 2€) dazu. Die Tüte gut verschließen und nicht schütteln. Das Cover für mehrere Tage (!) dort belassen (das ist meine bevorzugte Methode bei hartnäckigen Fällen, insbesondere bei Zigarettengeruch).

Siehe dazu auch folgenden WWW-Artikel über Geruchsbeseitigung bei Büchern: klick HIER
(Was bei Büchern hilft, sollte auch beim Plattencover helfen.)

 


zu 11 - durch Nagetiere angefressene Cover

Das ist keine Theorie! Ich habe tatsächlich schon Plattensammlungen gesichtet, wo einige Hüllenecken angenagt waren!
Da ist eine Reparatur fast nicht möglich (warum fast? --> Restaurationsidee: Pappmaschee, Kleister und Farbe


zu 12 - Platteneinschub-Kanten (Einschubschlitz) sind zerbeult, ausgefranst, eingerissen

Da ist leider nicht viel zu machen. Eventuell kann man durch festes zusammendrücken (mit Daumen & Zeigefinger)

ein Knick oder Beule  etwas korrigieren. Eventuell ganz wenig (!!!) und sparsam glasklaren Kleber (Uhu) einsetzten.

 

Einen Einriss kann man ggf. von innen (!) mit Tesa-Film kleben. 


zu 13 - Cover-Einrisse wurden mit Tesa-Band geklebt (Fachkürzel: toc) 

Da ist leider nicht viel zu machen. Am besten so lassen wie es ist! Beim Versuch den Tesa-Film zu entfernen, wird die Oberfläche beschädigt, d.h. es entsteht eigentlich immer ein Abriss.  


zu 14 - Entwertungsmarkierung  (Cut-Out (c/o), Die-Cut, Saw-Mark, Cut-Hole

In diesem Fall hat das Cover hat eine "Entwertungsmarkierung", d.h. eine Lochung, Kerbe, Schnitt oder einen Abriss.

Dies sind gewollte Beschädigungen von Covern. 

 

In früheren Zeiten haben die Plattenläden oder der Großhandel Sonderverkäufe (Sonderposten) durchgeführt. Dazu wurden die Cover markiert durch eine Lochung oder mit einer Kerbe (kurzer Einschnitt) oder man hat einfach eine Ecke abgeschnitten.   

 

Dies sind natürlich Beschädigungen, die nur mit größerem Aufwand repariert werden können. Laut den gängigen

Bewertungssystemen stellt solch eine Markierung eine Wertminderung dar. Das bedeutet, dass ein sehr gut erhaltenes Cover z.B. im Zustand "NM-" aber mit einer Kerbe (Saw.Mark), nicht mit "NM-" bewertet werden kann. Discogs sagt bei seiner Definition ein "VG+" bewertetes Cover darf ein Lochung (Cut-Hole) haben aber nicht mit einer Bewertung "NM" bzw. "M-". Dies sollte beispielsweise bei einem Verkauf vorab dem potentiellen Käufer mitgeteilt werden, damit dieser entscheiden kann, ob er das Album trotzdem haben möchte.

 

Wie man solche Markierungen kaschieren kann (könnte), werde ich ggf. zu einem späteren Zeitpunkt hier beschreiben. 

Hinweis:

Bei einer Saw-Mark (Kerbe) oder einem Die-Cut (Lochung) kann man was machen (Stichwort: "kaschieren") aber einen

solchen Schaden zu beseitigen ist nur mit extrem großen Aufwand möglich, ggf. auch unmöglich.

 

Im Normalfall belässt man das Cover so wie es ist! In manchen Fällen ist aber eine Reparatur/Restauration möglich. 

Hier ein Beispiel:

Es handelt sich hierbei um das Album "OPEN" von Steve Hillage  (1st, GER 1979, Gimmick-Cover, Virgin - 201 050).

Der Album-Titel "OPEN" besteht ausgestanzte Großbuchstaben auf der Vorder- und Rückseite des Covers. Das OIS (Innenhülle) hat 4 unterschiedliche Farbflächen und damit kann man die Farbe des Album-Titels variieren (s.u. Fotostrecke). 

 

Der Die-Cut wurde einfach dadurch erzeugt, indem man das Zwischenstück zwischen den Buchstaben "E" und "N" einfach ausgerissen hat (s. u. Fotostrecke). 

 

Meine Idee war es, diesen Cover-Schaden mit einfachen Mitteln zu reparieren. Das habe ich wie folgt gemacht:

habe mir das fehlende Stück aus Pappe nachgebaut. Dies ist relativ einfach, da es sich um eine gradlinige Form handelt. Dieses fehlende Stück habe ich dann mit einem (fast) identischen Farbton angemalt. Dann habe ich es mit Tesafilm innen eingeklebt, sodass der Tesafilm nicht sichtbar ist.       

 

Foto-Strecke: "Vorher/Nachher"

Auf dem linken Foto sieht man den Die-Cut-Zustand und im rechten Foto den Status nach der Reparatur. 

Foto-Stecke: "So wird's gemacht"

In dieser Fotostrecke erkläre ich die einzelnen Schritte der Reparatur (bitte die Fotos anklicken und es erscheint das Foto in Großformat und mit einer Beschreibung)


zu 15 - Cover hat größere Abrisse, Einrisse, sonstige optische Beschädigungen

Abrisse, Abschürfungen etc. kann man mit geringen Aufwand nicht beseitigen.

Wenn es ein aber Liebhaberstück ist und man Zeit investieren kann, dann empfehle ich diese Reparaturtechniken:

1. Abrisse, Abschürfungen:

  a) mit Farbstiften retuschieren (da braucht man aber Kenntnisse u. Erfahrung mit diversen Maltechniken)

  b) Schadstelle einscannen, mit einem Bildbearbeitungsprogramm die Fehler retuschieren, auf Fotopapier ausdrucken
      und Schadstelle überkleben. 

2. Einrisse:

mit Tesa-Film von innen kleben. Sollte man den Riss noch sehen, dann ggf. mit Farbstiften etwas retuschieren.

3. Cover-Klebestelle sind aufgegangen

Mit Flüssigkleber kleben (z.B. Uhu o. Pattex) oder mit Klebestift kleben. Bei Verwendung mit Flüssigkleber nicht

zuviel Kleber verwenden, sonst quillt möglicherweise beim zusammenpressen Kleber seitlich aus den Nahtstellen.


zu 16 - Innenhülle: es geht die Naht auf (der Kleber ist ausgetrocknet)

Am besten mit einem Klebestift oder ganz dünn mit klarem Kleber (z.B. Uhu) nachkleben und dann einige Zeit zusammendrücken (z.B. ein Buch drauflegen). Aber bitte aufpassen, damit kein Kleber seitlich raus quillt!!! 

 


zu 17 - Innenhülle: Kanten sind durchstoßen

 

Hierzu gibt es zwei Reparatur-Möglichkeiten:

 

1. Papierstreifen von innen einkleben (meine empfohlene Methode)

Man nimmt dünnes Papier (z.B. ein Notizzettel-Blatt) und schlägt es um auf ca. 1 cm. Man schneidet es ab (die Länge des Streifen passt man an der Länge der Risses an). Man hat jetzt einen V-Streifen (1x1cm). Die Außenseiten bestreicht man jetzt komplett (flächig) mit Klebestift (keinen flüssigen Kleber verwenden). Mit einer Pinzette positioniert man nun sorgsam den Streifen von innen an die eingerissene Stelle. Bitte darauf achten, dass sich der Knick des Klebestreifen möglichst dicht an der Kante der Innenhülle befindet.  

 

Tipp: Bitte sofort testen, ob die LP ruckfrei in die Hülle gleitet. Wenn nicht, dann sitzt der Papierstreifen nicht genau

an den Kanten der Innenhülle und die Position muss korrigiert werden.

   

Das elegante an dieser Methode ist die Tatsache, dass man die Reparatur nicht erkennt. Lediglich den Papierstreifen sieht man, wenn man in die Innenhülle hinein schaut.     

 

2. Tesa-Film von außen aufkleben

Tesa-Film über die Kanten kleben (Tesa-Film in der Länge halbieren (Alu-Unterlage, Cutter  und Lineal).

Schmale streifen schneiden (z.B. Tesa-Film in der Breite in zwei gleiche Hälften schneiden), damit später nicht zuviel

Tesa-Film sichtbar ist. 

 

Der Vorteil dieser Methode ist das es sehr schnell geht, aber der Nachteil ist doch, dass man den Tesafilm sieht. 

 

Hinweis:

Sind die Risse sehr groß, dann ggf. eine neue Innenhülle (Innenntüte) verwenden. 


zu 18 - zerknitterte Innenhüllen

Bügeln aber mit angemessener Temperatur! Am besten mit geringen Temperaturen anfangen und dann bei Bedarf die Temperatur steigern.

Das muss man austesten (Achtung bei Hüllen mit Folieneinlage). Danach einige Zeit abkühlen lassen, bevor die Innenhülle wieder verwendet wird.

 

(Weitere Idee: Vielleicht mit einem Dampfbügeleisen arbeiten?! Das hab' ich aber selbst noch nicht ausprobiert).


zu 19 - vergilbte Innenhüllen

Wenn die Vergilbung sehr stark ist (möglicherweise ist die Innenhülle auch noch fleckig), dann empfehle ich

die Innenhülle auszutauschen. Entweder durch einen neue oder man nimmt eine gute erhaltene Innenhülle von einer

30-Cent-LP (Flohmarkt-Ramsch).