last update: 21.12.2018

 

VINYL-RATGEBER:

"Frag doch Mr. Good Vinyl!"

Mr. Good Vinyl
Mr. Good Vinyl

Die Schallplatte und der Schallplattenspieler sind für den erfahrenen Sammler und Liebhaber eigentlich fast immer problemlos zu handhaben aber manchmal stößt man dann doch auf Schwierigkeiten oder Probleme, die dann Fragen aufkommen lassen. Da nehme ich mich selbst nicht außen vor. Daher habe ich beschlossen hier einen Vinyl-Ratgeber zu schreiben. 

 

Auf die Idee einen Vinyl-Ratgeber zu erstellen, hat mich das Magazin MINT mit seiner Rubrik "Frag doch Dr. Mint" gebracht. Über mein Kontaktformular erhalte ich immer wieder mal E-Mails mit Fragen. Daher habe ich beschlossen, bei Themen die von allgemeinem Interesse sind, diese Fragen und die Antworten hier zu veröffentlichen (gemäß dem Moto: "good knowledge is shared knowledge!"). 

 

Daher ich die Inhalte von "Frag doch Dr. Mint" hier nicht publizieren kann (wg. Copyright) habe ich hier einen alternativen Ratgeber-Seite geschaffen, nämlich "Frag doch Mr. Good Vinyl!". Allerdings bin ich - das möge man bitte berücksichtigen - zum Vergleich zur MINT-Redaktion nur ein Amateur (ein Hobby-Sammler).       

 

Wenn Ihr mal einen Frage habt, dann bin ich über das Kontaktfomular erreichbar und vielleicht kann ich einen passenden Rat geben oder zumindest versuchen einen Lösungsweg zu finden.

 

Auch wäre es schön, wenn Ihr Euch meldet, falls Ihr eine Antwort zu einer kniffligen Frage bereits kennt oder zu einem Problem die Problemlösung wisst. Dann kann ich das hier ebenso mit aufnehmen und somit den Lesern zur Verfügung stellen.   

 

Tipp:

Neben diesem Vinyl-Ratgeber gibt es auf meiner Homepage noch weitere "Ratgeber-Quellen", nämlich meine Rubriken "Schäden & Reparatur" und"Zubehör" - eigentlich der ganze Bereich "Pflege"! Ebenso in meinem Lexikon das Schallplattenspieler-Kapitel "Aufstellung und Justierung" oder in der Rubrik Bewertung das relativ neue Kapitel "Wert ermitteln, wie&wo verkaufen". Und last-but-not least auch mal meine Blogs lesen.

 

Die Fragen 

pixabay / 3dman_eu
pixabay / 3dman_eu

 

Hinweis:

 

Aus Gründen der Übersichtlichkeit habe ich die Fragen und Antworten getrennt und die Fragen sind in diesem Abschnitt zusammengefasst, damit man sie alle zügig durchsuchen (lesen) kann.

 

Die jeweilige Antwort finden man im Abschnitt darunter und kann die zugehörige Antwort mit Hilfe der passenden Fragen-Nr. und Stichwörtern erkennen.  


Die zugehörenden Antworten sind alle im nächsten Abschnitt aufgeführt!

 

Die Fragen Nr.  Die Antwort

 Mein Cover und die Schallplatte haben Stockflecken. 

 Ist es möglich die Stockflecken zu entfernen?

01-2018

s.u.

 Das Cover hat einen stark muffigen Geruch!

 Wie kann man den Geruch beseitigen?

02-2018

s.u.

 Kann man Kratzer auf einer Schallplatte reparieren?

 

03-2018

s.u.

 Meine Schallplatte ist wellig.  Kann ich wellige

 Schallplatten mit einem Fön glätten?

04-2018

s.u.

 Welchen Einfluss hat ein falscher VTA/SRA auf den Klang?

 

05-2018

s.u.

 Welcher Plattenspieler ist der Richtige für mich?

 

06-2018

s.u.

 Besitze ich ein Erstausgabe oder ein Reissue bzw. Repress?

 

07-2018

s.u.

 Was ist eine EP?

 

 08-2018

s.u.

 Wie Lange hält eine Plattennadel? Wann sollte die   Plattenspieler-Nadel ausgetauscht werden? 

 09-2018 s.u.

 Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer
 Compilation und einem Sampler?

10-2018  s.u. 

 Wie lang ist eigentlich eine Plattenrille?

 

11-2018  s.u. 

 Wie justiere ich einen Plattenspieler?

 

 12-2018  s.u.

 Wie kann ich herausfinden, welchen Wert meine LP
 (Album) hat? 

13-2018 s.u.

 Warum knacksen und knistern Schallplatten?

 

14-2018   s.u.

 Neulich wurde ich mal gefragt, ob ich eine Empfehlung zur 

 Schallplatten-Innenhülle abgeben kann?

 

 15-2018  s.u. 

 Kann man einen Höhenschlag (Welle) einer LP
 beseitigen?

 16-2018  s.u. 

Bei neuer Schallplatte ist das Mittelloch (Zentrierloch) für die Spindel zu eng. Wie kann ich das passend machen?

 17-2018 s.u. 

... wird vorgesetzt.

   

Die Antworten

pixabay / 3dman_eu
pixabay / 3dman_eu

Hinweis:

 

Aus Gründen der Übersichtlichkeit habe ich die Fragen und Antworten in diesem Viny-Ratgeber aufgetrennt und alle Antworten sind hier zusammen in diesem Abschnitt aufgelistet.

 

Die zugehörige Fragen, zu den hier aufgeführten Antworten, sind im Abschnitt "Die Fragen" (oben drüber) aufgelistet und kann über die passende Fragen-Nr. identifiziert werden.  

Hier die Antworten :


Antwort zur Frage 01-2018 (Stockflecken)

Die Antwort hier lautet "Ja" und "Nein"! 

Ja:

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, es gibt Stockflecken die lassen sich beseitigen. Dies ist aber nur der Fall, wenn der Lagerort wenig Raumfeuchte hatte und relativ kühl war. Wenn dann das Cover noch gut Laminiert war, dann kann mann diese Flecken mit einem trockenen oder auch leicht angefeuchteten  (weichen!) Tuch entfernen. Das gilt auch für die LP.

 

Nein:

Wurde das Album lange Zeit (ggf. mehrere Jahre) z.B. in einem feuchten Keller oder Dachboden gelagert, dann ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts mehr zu machen.In solchen Fällen haben sich die Stockflecken (Bakterien, Pilze, Flechten!!!) in das Material sprichwörtlich "hineingefressen"! Ich hatte schon mal Schallplatten reinbekommen, da war sogar die Vinyl-Oberfläche durch Stockflecken angegriffen. Selbst durch intensive Reinigung mit Flüssigkeit, Bürste und zusätzlich mit Ultraschall war nichts zu machen. Die Oberfläche war unter den Flecken mechanisch zerstört!

 

Weitere Details gibt es HIER (s. dort Pkt. 09)


Antwort zu Frage 02-2018 (Geruch)

Bei trockener, frischer Luft auslüften (manchmal 2-3 Tage, normalerweise reicht 1-2 Tage). GAT-Cover aufklappen, dazu die Innenhülle rausnehmen, eventuell auch die LP, wenn diese ebenfalls muffig riecht.

 

Alternativen, z.B. bei hartnäckigen Fällen (Keller- oder Zigarettengeruch): 

- In Zeitungspapier einwickeln und für einen halben Tag in die Tiefkühltruhe legen.  

- ggf. Katzenstreu o. Natronpulver und dann alles für 1-2 Tage in eine Papiertüte packen (Details: klick HIER (s. dort Pkt. 10))

 

Hinweis: bitte kein Spray wie z.B. "Febreze" verwenden, denn da kann es u.U. Flecken geben und es können Wellen auf dem Cover und auf der Innenhülle entstehen.


Antwort zur Frage 03-2018 (Kratzer)

Um es kurz zu machen:

Kratzer, wie auch Schlieren (Hairlines) lassen sich leider nicht beseitigen! Es sind normalerweise leider irreparable, mechanische Schäden der Oberfläche sowie der Mikrorille. 

 

Lediglich Knackser oder Knistern, wenn sie durch Schmutzpartikel verursacht werden, lassen sich i.d.R. durch eine intensive Reinigung beseitigen (am besten mit einer Reinigungsflüssigkeit zusammen mit einer extrem feinhaarigen Bürste oder Pinsel (z.B. mit Ziegenhaar oder Karbonfasern) oder besser noch mit einer Plattenwaschmaschine ...

 


Antwort zur Frage 04-2018 (Wellig, Fön)

Wellen, ein Höhenschlag kann man beseitigen, wenn sie nicht zu extrem sind. Dazu sollte man aber auf keinen Fall einen Fön verwenden! Warum?

 

Höhenschläge (so der Fachbegriff) sind durch Veränderungen der an sich homogenen Vinylstruktur der Schallplatte verursacht. Diese können z.B. durch einen falsche Lagerung und/oder durch zu hohe Temperatur verursacht werden. Die Schallplatte "verzieht sich" und das i.d.R. großflächig. Vinyl wird bei Temperaturen >55 Grad Celsius weich!   

 

Würde man versuchen mit Heißluft einen Höhenschlag zu glätten, dann erwärmt man nur punktuell die Schallplatte von einer Seite erhitzen und dass Ergebnis ist dann i.d.R. ein Totalschaden, denn die Schallplatten bekommt 

Dellen oder verzieht sich ggf. noch stärker!!! 

 

 

Höhenschläge lassen sich nur mit speziellen Schallplatten-Bügelautomaten oder Do-It-Yourself mit zwei Glassplatten in einem Backofen "ausbügeln" (mehr Details im Pkt. 09  klick HIER)


Antwort zu Frage 05-2018 (Klang,VTA/SRA)

Zugegeben, diese Frage ist schon sehr speziell und adressiert eher den audiophilen Sammler und Höher von Schallplatten. 

 

Hintergrund:

Die Kürzel VTA & SRA gehören zum Bereich  "Abtastung der Schallplattenrille". Die Tonnadel (auch landläufig als "Nadel" oder "Diamant" bezeichnet) sollte möglichst im exaktem Winkel in die Rille abtasten. VTA steht für Vertical Tracking Angle (= vertikaler Spurwinkel) und SRA Stylus Rake Angle (=Nadel-Neigungswinkel)

Eine Beschreibung des VTA & SRA findet man in meinem Lexikon in Rubrik "Aufstellung und Justierung" von Plattenspielern. 

 

Je exakter die Tonnadelspitze die gleiche Position des Schneidstichels einnimmt, um so exakter ist dann auch die Reproduktion des Klangs (mit einem Schneidstichel wird der Master geschnitten, aus dem dann in mehreren Produktionsschritten die Pressmatrizen hergestellt werden). 

 

Weicht die Nadelspitzen von der exakten Position ab, so kommt es zu Veränderungen in der Klangreproduktion. Bei hochwertigen  HiFi-Anlagen (damit meine ich die gesamte Klangkette: Boxen Verstärker, Plattenspieler, Tonabnehmer, Nadelschliff) sind stärkere Abweichungen von der Sollposition der Nadelspitze beispielsweise durch Zischen (Zischlaute) in den Höhen und in den tiefen Tonlagen durch eine unsaubere Basswiedergabe wahrnehmbar.  

 

Bei Plattenspielern bis in den mittleren Preissegmenten (bis ca. 2000€) ist es ausreichend, wenn der Tonabnehmer genau nach den Herstellervorschriften eingebaut und justiert wurde - und das ist ganz wichtig - wenn man das empfohlene Auflagegewicht eingestellt hat. Ist dann auch nach das Antiskating richtig justiert, dann hat man eigentlich alles richtig gemacht. 

 

Bei hochwertigen Plattenspielern ist meist auch der Tonarm in seiner Höhe einstellbar, denn dadurch kann man zumindest den SRA beeinflussen und ihn exakt an das Tonabnehmersystem bzw. an die Tonnadelposition anpassen. Dazu gibt es von den Herstellern entsprechende Schablonen und/oder Kalibiergeräte. 

 

Zu diesem Thema empfehle ich folgende Ausarbeitung im Internet:

http://www.soundfountain.com/amb/ttadjust.html


Antwort zu Frage 06-2018 (passender Plattenspieler)

Sollte eine Neuanschaffung oder eine Aufrüstung (Upgrade) geplant sein, dann sollte sich die Auswahl an der vorhandenen HiFi-Anlage orientieren. Es macht m.E. wenig Sinn einen sehr aufwendigen, teuren Plattenspieler an eine Low-End-Anlage zu betreiben. Das Gleiche gilt natürlich auch umgekehrt. 

 

Im unteren bis mittleren HiFi-Bereich sind Plattenspieler im Bereich bis ca. 1000€ i.d.R. völlig ausreichend. Das Augenmerk sollte man dabei weniger auf das Laufwerk, sondern vielmehr auf das Tonabnehmersystem richten, denn das Tonabnehmer-System ist maßgeblich für die Klangerzeugung verantwortlich (das ist eigentlich genauso wie beim Verstärker und den Boxen. Auf die Boxen sollte man den Schwerpunkt legen, denn die Boxen erzeugen die Klang).       

 

Natürlich gibt es aktuell am Markt eine Vielzahl von Herstellern und Plattenspieler-Modelle. Daher rate ich sich bei einem HiFi-Fachhändler beraten lassen (Tipp: es muss nicht das teuerste Modell sein!) oder man studiert einschlägige Magazine (mein Tipp: die Bestenliste der Zeitschrift "Stereoplay" (hier werden generell die getesteten Geräte in 3 Qualitätsklassen unterteilt "Obere Mittel-, Spitzen- und absolute Spitzenklasse". Gleichzeitig werden die Preise angegeben, die aber i.d.R. meist über den marktüblichen Preisen liegen).

Abraten möchte ich von einigen Internet-Portalen, die eine Bestenliste vom low-budget Spielern beinhalten. Meist basieren diese Listen auf Verkaufslisten von z.B. Amazon oder eBay (nach dem Moto: "Esst Scheiße, denn Millionen von Mücken können sich nicht irren!" - sehr ärgerlich!). Vermutlich sind diese Portale von Amazon oder eBay gesponsert und sind nichts anderes als versteckte Werbung. 

 

Mein Tipp: 

Einfach mal in meine Übersichten "Plattenspieler - Made in Germany oder "Plattenspieler: Komponenten und Modelle" (Lexikon) oder "Plattenspieler" reinschauen. Dort kann man sich einige Anregungen holen.

 

Mir persönlich gefallen die Plattenspieler von clearaudio ganz gut,, z.B der CONCEPT , CONCEPT plus oder PERFORMANCE (Kategorie unter 2000€),  ansonsten sind aber die anderen clearaudio-Modelle eher im oberen Preissegment angesiedelt (aber alles "Made In Germany"). Auch interessant: der neue Perpetuum Ebner PE 800 (Einsteigermodell, ca. 1000€, neues Modell in 2018) oder der PE 1000 / 1010  (ca. 1500€) - auch "Made In Germany". Ebenfalls ein  interessantes Gerät ist der ganz neue Magnat MTT990 (ca. 1000€). Sehr gute Einsteigermodelle: der Audio-Technica AT-LP120 USBHC (ca. 250€) oder der Onkyo
CP-1050.

 

Für Liebhaber von alten Plattenspielern (die meist eine gute Verarbeitungs- und Materialqualität haben), da lohnt sich ggf. mal einen Blick in eBay oder eBay-Kleinanzeigen zu werfen. Aber Vorsicht!: da muss man schon mal genauer hinschauen (Zustand beachten, Anzeigetexte und Fotos genau beachten!), denn man hat bei älteren Modellen das Risiko von versteckten Mängeln oder man muss über Kurz oder Lang mal mit einer Reparatur rechnen (Stichwort: Verschleiß, Alterung von Kunststoff-Teilen).    

 

Nachtrag (08.11.2018)

Im MINT-Magazin Nr. 24 (Nov. 2018) ist ein 32-seitigen Plattenspieler Special "Die besten neuen Plattenspieler von 200 bis 16.000 Euro". Hier die Liste der vorgestellten Modelle:

- Pro-Ject Elemental (ca. 210€) 

- Audio-Technica AT-LP5 (ca. 400€)

- Edwars Audio Apprentice TT (ca. 500€)

- Rega Planar 1 Plus (ca. 450€)

- Denon DP-400 (ca. 500€)

- Thorens TD-202 (ca. 600€)

- Yamaha Musicast Vinyl 500 (ca.600€)

- Rega Planar 3 (ca. 950€)

- Magnat MTT990 (ca. 1.000€)

- ELAC MIracord 70 (ca. 1.200€) 

- DUAL CS 600 (ca. 1400€) 

- Pro.Ject RPM5 Carbon (ca. 1.400€)

- Input Audio Starter (ca. 1.600€)

- Technics SL-1200 GR (ca. 1760€)

- Clearaudio Concept (ca. 2.200€)

- Music Hall MMF 9.3 (ca. 2.500€)

- Soulines Sati DCX (ca. 2000€, nur Laufwerk)

- Transrotor Max  (ca. 2.900€) 

- Clearaudio Performance DC Wood (ca. 4.800€)

- Luxman PD-171AL (ca. 5.300€

- Linn LP12 Akurate (ca. 8.600€)

- Transrotor Rondino (ca. 13.500€)

- Technics SL-100R (ca. 18.000€)



Antwort zu Frage 07-2018 (Erstausgabe o. Reissue?)

Wie allgemein bekannt sind die Erstausgaben eines Albums, immer diejenige Version, die das höhste Sammlerinteresse hat und damit auch den höchsten Sammlerwert besitzt. Zudem kommt dann auch noch ggf. die Tasache hinzu, dass die Erstausgabe noch wertvoller ist, wenn sie aus dem Ursprungsland der Band bzw. des Künstlers stammt (z.B. UK, USA, GER ...). 

 

Daher sollte man zunächst sich die sogenannte Discographie anschauen. Diese ist normalerweise im Internet (z.B. in Wikipedia) oder man schaut gleich in discogs.com nach. In discogs.com ist zu 95% aller Fälle die Version gelistet, die man gerade besitzt. Auf dem Cover oder Plattenlabel ist das Ursprungsland und meist auch das Jahr abgedruckt. Bei der angabe des Erscheinungsjahr muss man aber vorsichtig sein, denn oftmals ist bei dem Reissue das gleiche Erscheinungsjahr des Erstausgabe abgedruckt! Wichtig ist im ersten Schritt aber die Katalog-Nr. (Kat-Nr.) zu identifizieren, die auf der Coverrückseite (meist rechts oben in der Ecke) und zusätzlich auf dem Cover-Rücken (die schmale Seite) abgedruckt ist. Die Katalog-Nr. vergleicht man dann mit den gelisteten Katalog-Nr. in discogs.com. Hat man die Kat.-Nr. und die Länderausgabe identifiziert, dann kann man schon erkennen, ob man einen Erstausgabe hat oder nicht.

 

Hinweis: 

Alle Reissues und Repress-Versionen sind in discogs.com entsprechend als solche gekennzeichnet, vgl dz die discogs-Angaben im Feld "Format" (leider sind die Erstausgaben nicht explizit als solche gekennzeichnet, d.h keine Angabe wie "Reissue" o. "Repress" bedeutet automatisch, es handelt sich um einen Erstausgabe!  Tipp: die Erstausgaben sind in discogs.com auch immer ganz oben in der Liste der Album-Versionen gelistet.   

 

Beispiel einer Erstausgabe und einem passenden Reissue in discogs.com:

 

Quelle: discogs.com
Quelle: discogs.com

Im linken Bild ist die Erstausgabe zu sehen (USA, 1969) und im rechten Bild ist explizit der Vermerk "Reissue" im Feld Format eingetragen. Das Label und die Kat.-Nr. sind in diesem Beispiel identisch (Capitol Records - ST-307)!

 

Um wirklich ganz sicher zu gehen, ob man tatsächlich "die" Erstausgabe vorliegen hat, sollt man dann noch zusätzlich die Matrix-Nr. abgleichen. Man sollte sich die Mühe machen und die Angaben, die sich auf der Auslaufrille (Plattenspiegel) befinden, das ist nämlich die Matrix-Nr. und oft in Verbindung mit zusätzlichen Codes. Leider sind diese Infos oftmals schwer lesbar, daher am besten die LPs etwas gegen das Licht halten. Gut bewährt beim Auslesen haben sich Schreibtischlampen oder Taschenlampen mit einer LED-Lichtquelle. Hat man die Matrix-Nr. und Codes ausgelesen und sie stimmen mit den Angaben in discogs.com überein, dann kann man sich ziemlich sicher sein, das man eine Erstausgabe besitzt. 


Antwort zur Frage 08-2018 (EP = Extended Play)

Die Abkürzung EP steht für Extended Play und beschreibt eine bestimmte Art eines Schallplattenalbums. 

Hierbei handelt es sich um eine Art "erweiterte" Maxi-Single, d.h. es nur wenige Musiktitel auf dieser Schallplatte vorhanden. Deutlich weniger wie bei einer LP (Long Play). 

 

Manche Künstler nutzen diese Form der Veröffentlichung, wenn sie nur wenige Musikstücke geschrieben haben 

und diese aber veröffentlichen wollen. Im Gegensatz zur EP hat einen LP (Long Play, Album) normalerweise viele einzelne Musiktitel (abgesehen von Alben mit wenigen Titeln aber dafür aber dann mit Überlänge). 

 

Eine andere Form der EP ist ein kleine Auswahl von bereits erschienen Musikmaterial, sozusagen einen "Mini-Compilation".

Es können auch spezielle Sonderausgaben sein. 

 

EPs gibt es im 7"-Single-Format (45 rpm) aber auch im 12"-LP-Format (33 oder 45 rpm). Neue EPs werden heutzutage kaum noch veröffentlicht. 

 

Beispiele:

  •   7" EP: Elvis Presley - Jailhouse Rock (UK 1958), klick HIER
  • 12" EP: Udo Lindenberg - Rock'n'Roll Und Rebellion - Ein Panisches Panorama (GER 1981),  klick HIER 

Antwort zur Frage 09-2018 (Nadeltausch) 

Der Verschleiß einer Abtastnadel (=Nadel, Diamant, Tonnadel) wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Da wäre z.B. zu erwähnen die Materialgüte der Nadelspitze (Diamant), das Auflagegewicht und der Zustand der abgespielten LPs und natürlich die Betriebszeit.  

 

Dazu ein Auszug aus der DUAL-Betriebsanleitung TK260 (Seite 2 ff):

"... Die Abtastnadel ist durch den Abspielvorgang einem natürlichen Verschleiß ausgesetzt. Wir empfehlen 

    daher eine Überprüfung der Diamant-Abtastnadel des Tonabnehmersystems nach ca. 300 Spielstunden. Ihr
    Fachhändler wird dies gern kostenlos für Sie tun. Abgenutzte oder beschädigte (abgesplitterte) Abtastnadeln
    meißeln die Modulation aus den Schallrillen und zerstören die Schallplatten. ..."

 

<<< muss hier noch genauer recherchieren >>>

- Abtastnadel mit elliptischem Schliff hat eine Betriebszeit von ca. 300 - 500 Std. (andere Quellen: 500-800 Std.).

- Abtastnadel z.B. mit einem Shibata-Schliff hat eine Betriebszeit von etwa  700 bis 1000 Std. 

 

Bzgl. der Angaben über die Betriebsstunden einer Abtastnadel geben die Hersteller eine Ungenauigkeit von ca. +/-30% an! 

 

Ein kleine Rechenaufgabe:

Wenn einen Abtasnadel eine angenomme Betriebsleistung von 400 Std. vollbracht hat, welche Strecke an Tonrille 

hat sie dann durchlaufen?
Antwort:
Ich habe mal näherungsweise ausgerechnet, das eine Schallplatte mit einer Spieldauer von 20 Minuten, eine Rillelänge von ca. 460 Metern hat. Somit kann man über einen Dreisatz folgende Berechnung durchführen: 

 

0,33 Std (20Min) entspricht 460 Meter Tonrille

400Std. entspricht x  -->   x= (460 * 400)/0,33 = 557.575 Meter

d.h. bei einer Betriebszeit von 400 Std. hat die Abtastnadel eine Tonrillen-Stecke von ca. 558 km zurückgelegt !!!

 

Tipp:

Wenn man das Gefühl hat mit der Nadel stimmt etwas nicht, dann lohnt sich m.E. eine kleine Investition, damit man einen visuelle (optische) Kontrolle der Nadelspitze durchführen kann: Entweder man kauft sich eine Juwelierlupe (min. 40-fache Vergrößerung) oder ein USB-Mikroskop zum Anschluss an einen PC/Laptop (dazu mehr Details in meiner Rubrik "Mein Zubehör" (s. Pkt. 10 & 23). Mit diesen Hilfsmitteln kann einen Abtasnadel auf eventuelle Schäden begutachten.  

 

Auf jeden Fall sollte die Abtastnadel regelmäßig mit Flüssigkeit zusammen mit einer sehr feinen Bürste (z.B. Carbonfaser-Nadelbürste) gereinigt werden!

 

Hier ein Foto einer Abtastnadel nach längerem Gebrauch (Foto links) und dann die gleiche Nadel nach einer intensiven Reinigung.

Weitere Quelle:

 

Blog in discogs.com "How Often Should You Change Your Turntable’s Stylus?":  klick HIER   


Antwort zur Frage 10-2018 (Compilation vs. Sampler) 

Bisher war ich der Meinung, eine Compilation ist eine Zusammenstellung unterschiedlicher Interpreten auf einem Album (z.B. die berühmten Kuschelrock-Alben). Bei einem Sampler, so dachte ich, sind unterschiedliche Titel des selben Interpreten bzw. einer Band auf einem Album zusammengefasst (z.B. "Best of xyz"). 

 

Um sicher zu gehen, ob das so stimmt, habe ich im Internet gesurft und bin dabei auf Threats in Diskussionsforen gestoßen, bei denen teilweise Experten, Experten die sich für solche halten und Laien die die Thematik etwas konfus diskutierten. Aber definitiv schlauer war ich nach dem Lesen dieser Threats nicht - nicht wirklich.

 

Da die beiden Wörter aus dem englischen Wortschatz stammen habe ich mal nach der Übersetzung geschaut. Ein Compilation ist eine Zusammenstellung. Hingegen ist ein Sampler in diesem Zusammenhang eine Auswahl. Aber ist das nicht letztendlich das Gleiche (Zusammenstellung versus Auswahl)!?

 

Daher habe ich zu dieser Frage seriöse Quelle "angezapft", wie z.B. Wikipedia und discogs.com. Mehr oder weniger übereinstimmend habe ich folgendes herausgefunden (nachgelesen):

 

Bei den beiden Begriffen handelt es sich um eine Spezifikationen aus der Kategorie "Formate":  

 

Compilation (comp):

Es scheint wohl so zu sein, dass im englischen Sprachraum "Compilation" und "Sampler" eine unterschiedliche Bedeutung haben (Auszug discogs.com "...  'Sampler' has a different meaning from 'Compilation' ...". Eine Compilation bezeichnet eher eine hochwertigere Zusammenstellung von Titeln, die von einem oder auch unterschiedlichen Künstlern/Bands sein kann (BTW: in Deutschland gibt es sogar eine Top30-Compilation-Chart-Liste der Deutschen Musikindustrie: klick HIER). Viele Compilations sind sogenannte "Best of "-Alben.

 

Die Guideline in discogs.com, die beschreibt was als Compilation gekennzeichnet werden soll, findet man mit folgendem Link: klick HIER

 

Beispiele: 

Blondie ‎– Beautiful (The Remix Album)  (Chrysalis ‎– chr 6105)

Jethro Tull ‎– Original Masters (Chrysalis ‎– 207 427-620)

 

Sampler (smplr):

Ein Sampler ist eine kostengünstigere Zusammenstellung von Musiktiteln im Sinne eines Werbeangebots. Wie auch bei einer Compilation können gleiche oder unterschiedliche Interpreten auf einem Sampler enthalten sein!

  • Auszug Wikipedia (klick HIER): " ... * Sampler: Eine aus werbetechnischen Absichten eines Labels zusammengestellte künstlerübergreifende oder künstlerspezifische Titelauswahl, meist in Form eines kostengünstigen Angebots ..." 

  • Auszug  discogs.com: (klick HIER): " ... In English, "sampler" has a different meaning from 'Compilation', a sampler is a free or low-priced preview of a larger release(s). Although in other languages the two words may mean the same thing, in Discogs they should not be confused. ..."

Beispiel: 

V.A.- Rock Machine (CBS ‎– SPR 26)

 

Überblick: gelistete Compilations und Sampler in discogs.com (Stand Okt. 2018):

                              Graphik: discogs.com (Okt. 2019)


Antwort zur Frage 11-2018 (Länge Plattenrille)

Laienhaft ausgedrückt hat eine Schallplatte "unzählige Rillen", aber Fakt ist, dass die Schallplatte auf jeder Seite nur eine Tonrille besitzt, die spiralförmig verläuft und mit einer Pressmatrize mit hohem Druck in die Schallplatte gepresst wurde!

 

Wird eine LP-Seite komplett abgespielt, dann hat eine Abtastnadel (je nach Spieldauer) in etwa eine Strecke von ca. 300-500 Meter zurückgelegt (ich selbst hab' mal ausgerechnet, dass bei einer angenommen Spieldauer von 20 Minuten bei 33 1/3 U/Min. die Rille eine Länge von ca. 460,5 Meter hat). Berücksichtigt man dann noch die zweite Seite, so kommt man in Summe auf die Stecke von 600-1000 Meter, was ja dann schon im Bereich eines halben bis ganzen Kilometers liegt!!!  


Antwort zur Frage 12-2018 (Plattenspieler justieren) 

Bei der Aufstellung eines Plattenspielers oder nach einer Montage einen neuen Tonabnehmers sind einige Punkte zu beachten, damit möglichst der optimalste Klang beim Abspielen erzielt wird. 

 

Nicht nur die Position im Zimmer, sondern auch beispielsweise die horizontale und vertikale Ausrichtung im Regal oder auf dem Sideboard sollte exakt stimmen. Auch die Lage zu den Lautsprechern sollte bedacht sein.

 

Was den Plattenspieler selbst betrifft, da ist auf eine exakte Justierung des Tonarms, des Tonabnehmers und damit die Positionierung der Abtastnadel in der Plattenrille zu achten. 

 

Diesem Themenkomplex  habe ich ein ganzes Kapitel in meinem Lexikon gewidmet mit dem Titel "Aufstellung und Justierung" (btw: dieses Kapitel gehört zu den am meist frequentierten Seiten meiner Homepage). Es sind dort die wichtigsten Dinge zur Aufstellung und der Justierung in Text, mit Fotos oder auch bei Bedarf mit entsprechenden Graphiken erklärt: klick HIER . 


Antwort zur Frage 13-2018  (Wert einer LP herausfinden)

Die Wertermittlung einer LP bzw. eines Plattenalbum erfolgt normalerweise in drei Schritten:

 

1. Ermittlung der Pressung bzw. Version

2. Bewertung des Zustands (primär Cover und LP). Beilagen vorhanden (z.B. Poster, Beiblatt, etc.) ?  

3. Anhand der Ergebnisse aus Schritt 1 + 2 wird der aktuelle Wert bestimmt bzw. ermittelt. 

 

Wie das im einzelnen geht (z.B. "Wo kann ich den Preis recherchieren?"), dass kann man alles auf meiner Seite  "Wert ermitteln, wie&wo verkaufen" im Detail nachlesen: klick HIER.


Antwort zur Frage 14-2018 (Knacksen & Knistern) 

Im Gegensatz zur CD gehört ein Knacksen, Knistern, Rauschen und Rumpeln beim Platten hören einfach dazu. Aber woher kommen diese Störgeräusche eigentlich? 

 

Im Unterschied zur CD, wo der Ton durch ein berührungslosen Abtasten durch einen Laser erfolgt, wird bei der Schallplatte der Ton durch mechanisches Abtasten erzeugt. Die Spitze der Abtastnadel wird durch eine V-formige, wellige Mikrorille gezogen, auf dessen Innenflanken Hügel, Täler und Wellen elektromechanisch mit einer Diamantstichel zuvor eingeritzt wurden. Dieser "Unebenheiten" (in der Fachsprache "Flankenschrift" genannt) versetzen die Abtastnadel in Schwingung und der Schaft der Abtastnadel induziert in einem Magnetfeld elektrische Signale, die in einem Phonoverstärker (analoger Vorverstärker) in entsprechende analoge Musiksignale umgewandelt werden. 

 

Ist die Mikrorille frei von Schmutzpartikeln und mechanisch unbeschädigt, dann hat man ein störungsfreien Klang. Das ist normalerweise bei neuen Schallplatten der Fall. Werden die Schallplatten nicht sorgsam gepflegt, dann kommt es mit der Zeit zur Verschmutzung der Rillen und oftmals leider auch zu mechanischen Beschädigungen. Mechanische Beschädigungen können feine oder stärkere Kratzer auf der Oberfläche sein (die feinen Kratzer nennt man im Fachjargon "Hairlines"). Sind die Kratzspuren so tief, dass sie in die Mikrorille hinein ragen, sodass die Flankenschrift partiell beschädigt wurde, dann führen diese Beschädigungen zwangsläufig, je nach Beschädigungsgrad, zu Störbewegungen der Abtastnadel und dadurch generieren diese "Ausschläge" Impulse im Musiksignal, die in Folge als Knistern oder sogar auch als laute Knackser wahrgenommen werden.

 

Mechanische Störungen der Flankenschrift können aber auch durch eine schlechte Abtastnadel oder sehr häufigen Abspielen (z.B. mit falschen Auflagegewicht und/oder feinen Vibrationen am Plattenteller) verursacht werden.    

 

Analogie: Fährt man bei Dunkelheit mit seinem Fahrrad und eingeschaltetem Licht auf einem ebenen Belag, dann hat man einen gleichmäßigen Lichtkegel. Trifft man jetzt aber auf einen Fahrbahnbelag mit Wellen oder sogar mit Schlaglöchern, dann hat man einen gestörten, unruhigen Lichtkegel. 

 

Hairline / Kratzer

Sind die Kratzer auf der Plattenoberfläche sehr fein, d.h. nicht sehr tief, dann kann es sein, dass diese Art von Hairlines keinen hörbaren Störungen verursachen. Sind die Kratzer aber etwas tiefer und reichen in die Tonrille hinein, dann sind an diesen Stellen auch Wülste durch eine Materialverdrängung entstanden! Diese Wülste führen Zwangsläufig, je nach Stärke, zum  Knistern oder im schlimmsten Falle zu Knackgeräuschen im Musiksignal. 

 

Fantastische Fotos zur Veranschaulichung

Da sich diese Szenarien im Bereich von ca. +/- 60 µm (0,060 mm) abspielen, empfehle ich die Makroaufnahmen in folgenden Internet-Threats (auf dem Portal "Steve Hofmann - Music Forum") unbedingt mal anzuschauen:

Videos (Mikroskop-Aufnahmen)

Ebenso interessant und beeindruckend sind diese Nahaufnahmen über die Abtastung einer Schallplatte: 


Antwort zur Frage 15-2018 (Innenhüllen) 

"Auf die inneren Werte kommt es an!"

 

Hier meine mit 7 Praxis-Tipps zur Schallplatten-Innenhülle

 

Die Innenhülle wird auch in Fachkreisen mit Sleeve, Inner Sleeve, Record Sleeve oder als Innentasche bezeichnet. 

 

Welche sind gut und wofür? Lohnt es die besonderen Folien-Innenhüllen von MFSL (Mofi) oder von NAGAOKA (Japan-Sleeve) zu kaufen?

 

Vorab:

Das Thema Innenhülle ist für den Sammler etwas komplexer, als man zunächst mal denkt (klar der Sammel-Profi weiß was er will, ein Einsteiger hat sich ggf. noch kein großen Gedanken darüber gemacht). 

 

Interessanterweise gibt es in Europa meines Wissens nur noch einen Hersteller, die Fa. NEOPLASTIK,  für Innenhüllen;  vgl. dz. das MINT-Magazin Nr. 14 vom 08/2017, S. 38 "Herr der Hüllen"). 

 

Szenario 1:

Es gibt Sammler und Händler, die generell sagen: ich tausche eine alte Innenhülle aus, insbesondere wenn eine LP gewaschen wurde. Innenhüllen gibt es in diversen Ausführungen und man kann sie bei amazon, ebay oder direkt im Fachhandel kaufen. Im Einzelhandel gibt es Pakete in Losgrößen mit 25/50/100/200/500 Stk. Die Suchbegriffe lauten z.B. "LP Innentasche Vinyl Innenhülle" ...

 

Mein Tipp #1

Am besten sind Innenhüllen, die innen mit einer PE-Folietasche (diese PE-Folie (Polyethylen) ist etwas milchig, sehr weich und dünn, ist antistatisch und die Folie befindet sich auf beiden Innenseiten) gefüttert sind. Es gibt sie in verschiedenen Papier-Stärken mit 70g oder 90g/m2. Die Kosten für 100 Stück liege so bei 15-20€  (Beispiele: Amazon, ebay, Händler). Empfehlenswert sind auch Innenhüllen mit abgeschrägten oder abgerundeten Ecken. Dadurch lässt sich die Innenhülle leichter einstecken und in einem angenehmeren Winkel herausziehen.

 

Szenario 2 

Aus der Sicht eines Sammlers age ich, die originale Innenhülle ist mir am liebsten, denn sie gehört m.E. zum Album und ich möchte eigentlich alle Komponenten eines Albums (Cover, LP, Beilagen und inkl. der Innenhülle) komplett im Original-Zustand besitzen.

 

Soweit - so gut. Allerdings in der Praxis passiert es immer wieder, dass man ein altes Album entdeckt, welches eigentlich in einem guten Allgemeinzustand ist aber die Innenhülle ist nicht mehr in dem Zustand, wie man sie eigentlich in seiner Sammlung haben möchte.

 

Daher gebe ich hier ein paar Anregungen und Tipps, wann ich Innenhüllen austausche und welche Typ ich verwende: 

 

LPs im unteren Preissegment  (bis ca. 20€):

Der einfachste Fall ist der, bei dem ein Album einen relativ geringen Wert hat und kein OIS besitzt (ich sag mal beispielhaft so zw. 1-20€). Da ist für mich der Fall klar: wenn die Innenhülle kaputt, fleckig ist oder muffig riecht, dann tausche ich diese aus. Ein Austausch erfolgt bei mir auf zwei verschieden Arten: Fall A): ich nehme eine Hülle aus dem Bestand der gekauften, neuen Innenhüllen (i.d.R. eine Innenhülle mit Fenster und eingearbeiteter PE-Folientasche (s. Foto oben) oder  Fall B): hat die Innenhülle besondere Merkmale (z.B. Patent-Aufdruck, Serien-Nr., abgerundete Kanten etc.), dann schau ich in meinen Bestand gebrauchter Innenhüllen nach (!), ob da nicht ein vergleichbare oder sehr ähnliche Innenhülle vorhanden ist.

(ich hab so ca. 50 gebrauchte, gut erhaltene Innenhüllen in meinem "Ersatzteil-Lager".  

 

Tipp #2: 
Ich habe immer einen Bestand von gebrauchten Innenhüllen unterschiedlichster Modelle. Diese besorge ich mir oftmals auf dem Flohmarkt, indem ich Billigplatten kaufe (z.B. Klassik-LPs, Schlager-Hitparaden, usw.), die oftmals sehr gut erhaltene und auch hochwertige Innenhüllen beinhalten (z.B. Alben von Polydor, deutsche Grammophon, Phillips, EMI /ELECTROLA ...). 

 

Tipp #3:

Ich besitze auch ein Set neuer Innenhüllen in diversen Ausführungen, z.B. mit Fenster, ohne Fenster, in weiß, in rot, in schwarz, mit und ohne abgeschrägten Ecken.

 

Tipp #4:

Gebrauchte Innenhüllen, die noch in einem sehr guten Zustand sind, aber seitlich einen Einriss haben, die reinige ich von Innen, z.B. mit einem Mikrofasertuch, und repariere die Schadstelle(n). Mehr Details dazu unter "Pflege /Schäden&Reparatur /Cover & Innenhülle" /Pkt. 17.

 

Bei Alben im unteren Preissegment mit schlechten OIS-Zustand: Hier bewahre ich das OIS auf, damit das Album komplett bleibt aber ich spendiere für die LP eine neue Innenhülle! Das OIS stecke ich mit in das Cover oder lege es bei GAT (Klappcover) innen dazu. 

 

 

LPs im mittleren Preissegment  (zwischen 20-50€): 

Eigentlich die gleiche Vorgehensweise wie schon oben beschrieben, wobei ich bei diesen Alben die originale Innenhülle mit dem Album aufbewahre, falls die Innenhülle noch halbwegs i.O. ist (wird dann dünn mit Bleistift beschriftet und kommt in eine separate Hüllen-Sammelbox. Vorteil: falls ich mal das Album verkaufen möchte, dann hat die LP eine tadellose Innehülle (da ausgetauscht), aber ich kann die originale Innenhülle bei Bedarf dazulegen (also in komplett original-Zustand).

Der Käufer kann dann selbst entscheiden , wie er mit der Innenhülle verfahren will. 

 

LPs im oberen Preissegment  (>50€): 

Hat die LP einen guten Zustand (z.B. VG+, EX-, EX), dann verfahre ich wie oben beschrieben. Der Unterschied ist aber, dass wenn die LP in sehr guten Zustand ist (VG++, EX, NM, M), dann spendiere ich zusätzlich eine MFSL-Mofi Innenhülle.

 

Tipp #5:

Bei wertvollen Alben spendiere ich zum Schutz der LP eine MFSL-Mofi oder NAGAOKA-Innenhülle. Diese Hüllen bestehen aus HDPE-Folie (High-Density Polyethylen), wie man sie auch von Brotbeuteln her kennt.

(Beispiel-Bezugsquellen: ebay, amazon, Händler)

 

Sonderfälle

Innenhüllen aus festen Karton  

Es gibt Alben, da wurde gut gemeint, die LP in einen feste, Karton- Innenhülle gesteckt (Beispiel: Kraftwerk - Mensch-Maschine von 1978). Diese Innenhülle ist innen rau und man fragt sich, warum hat man nicht eine normale weiche Innenhülle genommen und hätte besser ein Beiblatt aus Karton hinzugefügt. An der Innenseite ist die Innhülle dermaßen

rau, sodass es unweigerlich beim rausnehmen und einschieben zu Hairlines kommen muss. 

 

Insbesondere in den letzen Jahren gab es auch ein paar Alben mit kartonartigen Innenhüllen, z.B. bei teuren Neuerscheinungen oder teuren Wiederveröffentlichungen, Jubiläumsausgaben, Sonder-Editionen etc. (z.B. David Gilmour - Rattle the Lock (2015), David-Gilmour-Island (RE 2015), Barry Gibb - In The Now (2016),  BUCKINGHAM &  McVIE - BUCKINGHAM &  McVIE (2017)), bei denen unbedingt zu empfehlen ist, die LPs in gefütterten Innenhüllen zu stecken.  

Tipp #6:

In solchen Fällen stecke ich die LP(s) in eine "NAGAOKA 102" -HDPE-Innenhülle (Brotbeutel-Qualität), denn diese Hülle ist sehr dünn, samtig weich, wirkt antistatische und passt zusammen mit der LP in die original Innenhülle!!!

(Beispiele von Bezugsquellen: 50 Stk. für ca. 27€ bei amazon oder direkt im Fachhandel : hier oder hier).

 

Tipp #7:

Wer noch mehr über Innenhüllen und OIS erfahren möchte, der schaut bitte in mein Lexikon, denn dort habe ich weitere Informationen zur LP-Innenhülle zusammengestellt (klick HIER). 

 


Antwort zur Frage 16-2018 (Höhenschlag beseitigen)

Ja, fast jeden Höhenschlag kann man beseitigen oder in Extremfällen auf jeden Fall auf ein erträgliches Maß minimieren. 

Dies geht wenn man die LP "bügelt". Wie das geht. kann man auf der Seite "Schäden und Reparatur - Schallplatte" (s. Pkt. 09) klick HIER oder in meinem Bericht im Vinyl-Tagebuch 2017 / s. Eintrag vom 06.05.2017 nachlesen

 


Antwort zur Frage 17-2018 (Mittelloch, Zentrierloch zu klein)

Bei Neupressungen kann es schon mal vorkommen, dass das Mittelloch zu klein ist, d.h. man bekommt die Schallplatte nicht über die Spindel (Zentrierung) des Plattentellers. Die einfachste Methode das Mittelloch anzupassen, ist mit Hilfe eines festen Kugelschreiber einfach die Bohrung etwas zu weiten. In hartnäckigen Fällen mit einem 7,3 mm-Bohrer nachbohren oder besser noch mit einer konischen Reibahle (Schneidwerkzeug, klick HIER) die Bohrung ganz vorsichtig nachzuarbeiten. Meist ist es nur 1/10 mm oder ein feiner Grad der weggenommen werden muss.


Antwort zur Frage nn-2018 

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